Die partielle Sonnenfinsternis über Deutschland ist vorbei, doch bei einigen Beobachtern des Himmelsereignisses haben Augenärzte anschließend Verletzungen festgestellt. Nach Angaben des Berufsverbands der Augenärztinnen und Augenärzte (BVA) wurde bei einem kleinen Teil der Menschen, die sich nach der Sonnenfinsternis augenärztlich untersuchen ließen, tatsächlich eine nachweisbare Schädigung der Netzhaut festgestellt. Konkrete Zahlen liegen bislang nicht vor.
Christian Richter, Ressortleiter beim BVA, sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, dass sich nach dem Himmelsereignis in den großen Augenkliniken bundesweit jeweils bis zu 20 Patienten vorgestellt hätten. In den regulären Augenarztpraxen reichte die Zahl der Vorstellungen nach seinen Angaben von keinen Fällen bis zu einzelnen Patienten. Wie groß das tatsächliche Ausmaß möglicher Verletzungen ist, lässt sich allerdings noch nicht abschließend beurteilen.
Richter warnte deshalb davor, bereits von einer endgültigen Bilanz auszugehen. Es sei noch nicht absehbar, wie viele Menschen Veränderungen ihrer Sehkraft oder andere Beschwerden erst in den kommenden Tagen bemerken und anschließend eine augenärztliche Kontrolle in Anspruch nehmen werden. Gerade bei Netzhautverletzungen kann es eine Rolle spielen, wann Betroffene Veränderungen wahrnehmen und ärztlich untersuchen lassen.
Ein massenhaftes Auftreten schwerer Augenverletzungen blieb nach Einschätzung der Experten dennoch aus. Einen wesentlichen Grund dafür sieht der BVA in der Aufklärungsarbeit vor dem Ereignis. „Die Information der Bevölkerung zu präventiven Schutzmaßnahmen durch die verschiedenen Medien hat wohl geholfen“, sagte Richter dem RND.
Wie groß das Interesse an einem sicheren Blick auf die Sonnenfinsternis war, zeigte sich bereits vor dem Ereignis im Augenoptikhandel. Viele Betriebe verzeichneten eine hohe Nachfrage nach speziellen Sonnenfinsternisbrillen. Kai Jäger, Präsident des Zentralverbands der Augenoptiker (ZVA), sagte dem RND, die große Nachfrage habe zahlreiche Augenoptikbetriebe in diesem Jahr spürbar beschäftigt.
Dass das Ereignis aufgrund der guten Wetterbedingungen vielerorts besonders gut zu beobachten war, dürfte das Interesse zusätzlich verstärkt haben. Für die Augenoptiker ergibt sich bislang allerdings kein Hinweis auf eine größere Zahl von Sehstörungen unter ihren eigenen Kunden. Nach Angaben des ZVA-Präsidenten liegen dem Verband aktuell keine Meldungen über ein erhöhtes Aufkommen entsprechender Beschwerden vor.
Damit fällt die erste Bilanz nach der Sonnenfinsternis insgesamt vergleichsweise zurückhaltend aus. Zwar wurden bei einzelnen Beobachtern nachweisbare Netzhautschäden festgestellt, ein massenhaftes Auftreten schwerer Augenverletzungen ist nach den bisherigen Erkenntnissen jedoch ausgeblieben. Ob in den kommenden Tagen weitere Fälle hinzukommen, bleibt abzuwarten. +++ red.












