Jens Spahn hat mit der Geburt seines Kindes eine Debatte ausgelöst, die weit über seine private Lebenssituation hinausgeht. Das ist nicht deshalb der Fall, weil er homosexuell ist oder weil er Vater geworden ist. Beides ist Privatsache und verdient weder politische Bewertung noch persönlic...
Manchmal sagt eine Pressekonferenz mehr durch das aus, was sie nicht auslöst, als durch das, was auf der Bühne gesagt wird. Die Sommer-Pressekonferenz von Bundeskanzler Friedrich Merz gehört in diese Kategorie. Sie war weder ein politisches Fiasko noch ein Moment, der eine neue Dynamik ent...
Vertrauen ist die wichtigste Währung des Journalismus. Es entsteht nicht durch Schlagzeilen allein und auch nicht durch möglichst schnelle Berichterstattung. Es wächst dort, wo journalistische Arbeit nachvollziehbar wird. Genau an diesem Punkt setzen die Erwartungen vieler Leser an. Sie wü...
Manchmal entzünden sich die größten politischen Debatten nicht an einer Person, sondern an der Art und Weise, wie über sie entschieden wird. Genau das ist derzeit in Fulda zu beobachten. Wer die Auseinandersetzung um die mögliche dritte Amtszeit von Stadtbaurat Daniel Schreiner allein als ...
Der bundesweite Ausfall der Funktechnik, der den Zugverkehr für mehr als zwei Stunden weitgehend zum Stillstand brachte, war ein Ereignis von erheblicher öffentlicher Bedeutung. Entsprechend waren zahlreiche Medien vor Ort, um die Auswirkungen zu dokumentieren. Auch unser Team war am Bahnh...
Die Freiheit der Leser beginnt dort, wo sie tatsächlich eine Auswahl haben. Sie setzt voraus, dass unterschiedliche Perspektiven sichtbar werden, dass Relevanz über Aufmerksamkeit entscheidet und dass Journalismus seine Aufgabe unabhängig von politischen Erwartungen erfüllt. Wo diese Vorau...
Der Unterschied zwischen Journalisten und Pseudo-Journalisten zeigt sich oft nicht in der Art, wie sie schreiben, sondern in der Art, wie sie mit Informationen umgehen. Journalisten sichten die Pressemeldungen, die sich im Laufe eines Tages ansammeln. Sie ordnen diese nach Relevanz, prüfen...
Der Blick des wohlwollenden Journalismus prägt vielerorts die öffentliche Wahrnehmung in Osthessen. Kritische Berichterstattung scheint dagegen derart verpönt, dass selbst ein Teil der Leserschaft sie kaum noch lesen möchte. Gefragt sind offenbar vielmehr die immer gleichen Bildergalerien,...
Auffällig ist in Osthessen derzeit weniger der Hessentag selbst als die Art, wie über ihn gesprochen wird. Noch bevor in Fulda die ersten großen Veranstaltungstage beginnen, hat sich eine Debatte entwickelt, die viel über den Zustand regionaler Öffentlichkeit erzählt – und über das Verhält...
Es beginnt meist harmlos. Eine Schlagzeile, die mehr verspricht, als sie sagt. Ein „Eklat“, der keiner ist. Eine angeblich neue Entwicklung, die sich beim Lesen als kaum wahrnehmbare Variation des Vortages entpuppt. Dann folgt die nächste Überschrift, wenige Stunden später, derselbe Vorgan...














