Die Severikirche in Fulda ist bei einem spirituellen Impulsabend bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen. Im Mittelpunkt stand die Rhöner Studentin und Musikerin Lisa Jockwitz, deren ruhige und eindringliche Darbietung zahlreiche Besucher berührte. Die Veranstaltung der Initiative Divine Concern & Friends verband Musik, Meditation und geistliche Impulse und stellte die Frage nach dem Umgang des Menschen mit seiner Lebenszeit in den Mittelpunkt.
Unter dem Leitmotiv „Alles hat seine Zeit. Die Liebe ist ewig, sagt der Ewige, der Liebe ist“ führte Diakon Dr. mult. Meins G. S. Coetsier als geistlicher Impulsgeber durch den Abend. Dabei spannte er einen Bogen von philosophischen Fragen nach Zeit und Raum bis hin zu theologischen Gedanken über Ewigkeit und Gegenwart. Im Zentrum stand der biblische Gedanke, dass alles seine Zeit und Stunde hat.
Der Abend war zugleich als Gegenentwurf zur Alltagshetze und zum zunehmenden gesellschaftlichen Optimierungsdruck angelegt. In der voll besetzten Severikirche wurde für einen Moment bewusst nicht auf die Uhr geschaut. Die Besucher schlossen die Augen und richteten ihre Aufmerksamkeit nach innen. Aus dem bewussten Verzicht auf den Blick auf die Zeit entstand ein kontemplativer Moment, der den Gedanken der Zeitlosigkeit erfahrbar machen sollte.
Die Impulse erinnerten daran, dass jeder Mensch über eine eigene Lebensuhr und ein individuelles Zeitkonto verfügt. Zwar leben Menschen in derselben Epoche und teilen gesellschaftliche Zeitstrukturen, die persönliche Lebenszeit bleibt jedoch einzigartig. Meditation, moderne Musik und kontemplative Klänge griffen diesen Gedanken auf und eröffneten einen zeitgemäßen Zugang zu spirituellen Ausdrucksformen. Musikalisch wurde der Abend unter anderem von den Gitarristen Tilo Zschorn und dem Akkordeonisten Addi Haas begleitet.
Lisa Jockwitz zeigte sich nach ihrem Auftritt zufrieden mit dem Abend. „Es war mir eine Freude“, sagte die Musikerin. Sie habe den Abend als wunderbar zum Genießen erlebt, verbunden mit starken Texten und meditativer Musik.
Auch die Stadtpfarrei, darunter Küster Helmut Krause, sowie das Dekanat Fulda zeigten sich erfreut über die Resonanz. Besonders hervorgehoben wurde, dass die Veranstaltung auch Menschen erreichte, die sich innerlich bereits von der Kirche entfernt hatten. Die Verbindung von traditionellen kirchlichen Räumen und zeitgemäßen Formen der Spiritualität stieß bei den Besuchern auf positive Resonanz.
Mit dem Veranstaltungsformat und der Initiative „Weisheit im Alter“ will die Severikirche zugleich Impulse für eine dynamische Seelsorge im Alter und die Seniorenpastoral in der Region Fulda setzen. Der volle Kirchenraum zeigte dabei, dass das Bedürfnis nach spirituellen Angeboten auch außerhalb klassischer Gottesdienstformen vorhanden ist.
Die Andachtsreihe in der Fuldaer Severikirche wird im September fortgesetzt. +++













