Rewe bringt Tegut-Übernahme auf den Weg

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Im Ringen um die Zukunft der Supermarktkette Tegut geht die Rewe Group den nächsten formalen Schritt: Der Handelskonzern hat die geplante Übernahme mehrerer Tegut-Filialen beim Bundeskartellamt angemeldet. Damit beginnt nun die wettbewerbsrechtliche Prüfung des Deals durch die Bonner Behörde.

Konkret geht es um ein Paket von bis zu 40 Tegut-Standorten, die Rewe im Zuge des Rückzugs der Schweizer Migros Zürich aus dem Deutschlandgeschäft übernehmen will. Ein Teil der Märkte soll künftig unter der Discounttochter Penny betrieben werden. Die Anmeldung ist Voraussetzung dafür, dass die Übernahme überhaupt vollzogen werden kann.

Der Fall ist Teil eines größeren Umbruchs im deutschen Lebensmittelhandel. Migros hatte angekündigt, sich von ihrer deutschen Tochter Tegut zu trennen. Den größten Teil des Unternehmens will Edeka übernehmen. Geplant ist dort der Kauf von rund 200 Märkten sowie weiterer zentraler Strukturen wie Logistik und Verwaltung. Rewe sicherte sich parallel ein kleineres Filialpaket.

Mit der Anmeldung startet nun die kartellrechtliche Prüfung. Das Bundeskartellamt untersucht dabei, ob sich durch die Übernahme die Marktstellung einzelner Handelsgruppen regional zu stark verdichten könnte. Im Fokus stehen vor allem lokale Wettbewerbsverhältnisse und die Versorgungssituation für Verbraucher. Der deutsche Lebensmittelhandel gilt ohnehin als stark konzentriert. Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland dominieren den Markt seit Jahren.

Im Vergleich zur deutlich größeren Edeka-Transaktion gilt der Rewe-Deal als weniger problematisch. Dennoch kann auch hier die Behörde Auflagen erteilen oder einzelne Standorte ausnehmen, falls regional eine zu hohe Marktmacht entstehen sollte. Während das Kartellamt bei Edeka bereits ein vertieftes Hauptprüfverfahren eingeleitet hat, befindet sich die Rewe-Anmeldung zunächst im regulären Prüfprozess.

Für Rewe ist die Transaktion strategisch attraktiv. Tegut verfügt insbesondere in Hessen, Thüringen und Teilen Bayerns über eine starke Marktposition und hat sich über Jahre als qualitativ ausgerichtete Supermarktkette mit Fokus auf Bio-Produkte und Regionalität etabliert. Mit der Übernahme könnte Rewe seine Präsenz in diesen Regionen gezielt ausbauen und zugleich verhindern, dass Wettbewerber sämtliche Tegut-Standorte übernehmen.

Auch aus Sicht des Wettbewerbs spielt der Schritt eine Rolle. Die Neuordnung des Tegut-Geschäfts verändert die Kräfteverhältnisse im deutschen Einzelhandel. Während Edeka seine Marktführerschaft weiter absichern könnte, stärkt Rewe mit dem kleineren Paket gezielt seine regionale Abdeckung.

Für Kunden und Beschäftigte ändert sich zunächst nichts. Die betroffenen Märkte bleiben bis zu einer Entscheidung des Kartellamts unter Tegut-Flagge geöffnet. Erst nach einer Freigabe könnten Standorte schrittweise in Rewe- oder Penny-Märkte umgewandelt werden. Rewe hatte angekündigt, die Filialen modernisieren und die Beschäftigten übernehmen zu wollen. +++ red.

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