Die schwierige Lage in der Automobil- und Industriekonjunktur hinterlässt weiter deutliche Spuren bei der EDAG Engineering Group AG. Der Engineering-Dienstleister musste im ersten Quartal 2026 einen spürbaren Umsatzrückgang hinnehmen. Gleichzeitig gelang es dem Unternehmen jedoch, die Profitabilität leicht zu verbessern und den Free Cash Flow klar positiv zu halten.
Im Zeitraum von Januar bis März sank der Umsatz der Gruppe um 10,8 Prozent auf 171,8 Mio. Euro, nachdem im Vorjahresquartal noch 192,6 Mio. Euro erzielt worden waren. Hintergrund bleibt die anhaltend schwache Nachfrage, insbesondere aus der Mobilitätsindustrie. Auch geopolitische Konflikte und eine insgesamt zurückhaltende Investitionsbereitschaft der Kunden belasteten das operative Umfeld.
Beim Auftragseingang verzeichnete EDAG ebenfalls einen Rückgang. Dieser belief sich im ersten Quartal auf 195,3 Mio. Euro nach 229,7 Mio. Euro im Vorjahr. Positiv entwickelte sich dagegen der Auftragsbestand, der zum 31. März 2026 auf 366,1 Mio. Euro anstieg. Ende 2025 hatte dieser noch bei 336,2 Mio. Euro gelegen.
Trotz des rückläufigen Geschäftsvolumens verbesserte sich das operative Ergebnis leicht. Das EBIT lag bei 1,9 Mio. Euro nach 1,6 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Die EBIT-Marge erhöhte sich entsprechend von 0,9 auf 1,1 Prozent. Zugleich blieb auch der Free Cash Flow mit 6,7 Mio. Euro positiv.
Vor allem in den Bereichen Vehicle Engineering sowie Electric/Electronics machten sich die eingeleiteten Effizienz- und Strukturmaßnahmen bemerkbar. Beide Segmente konnten ihre operative Ergebnisentwicklung trotz sinkender Umsätze verbessern. Belastend wirkte hingegen weiterhin das Segment Production Solutions, das unter der Zurückhaltung vieler Kunden im Anlagenengineering litt und sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis nachgab.
Parallel dazu treibt EDAG die strategische Neuausrichtung weiter voran. Besonders dynamisch entwickelte sich im ersten Quartal das Defence-Geschäft, das im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Umsatzwachstum verzeichnete. Der Bereich gewinnt damit innerhalb des Konzerns zunehmend an Bedeutung und soll helfen, das Geschäftsmodell gegenüber konjunkturellen Schwankungen robuster aufzustellen.
Auch personell setzt der Konzern seinen Umbau fort. Zum 31. März 2026 beschäftigte EDAG weltweit 7.947 Mitarbeitende. Ein Jahr zuvor lag die Zahl noch bei 8.949. Während in Deutschland Stellen abgebaut wurden, investiert das Unternehmen weiter in internationale Delivery-Strukturen, insbesondere in Indien.
CFO Holger Merz sieht die eingeleiteten Maßnahmen bestätigt. Trotz rückläufiger Umsätze habe EDAG ein positives EBIT erzielt und die Marge weiter verbessert. Die Effizienz- und Diversifizierungsprogramme schafften die Grundlage für eine schrittweise Stabilisierung im weiteren Jahresverlauf.
Auch CEO Harald Keller verweist auf die Fortschritte bei der strategischen Weiterentwicklung des Unternehmens. Neben dem klassischen Kerngeschäft gewännen insbesondere die Bereiche Industry und Defence zunehmend an Gewicht. Im industriellen Mittelstand setze EDAG dabei auf KI-basierte Lösungen, die gemeinsam mit metys1 und in Kooperation mit der Deutschen Telekom vorangetrieben würden. Ziel sei es, neue Wachstumspotenziale zu erschließen und die Diversifizierung des Konzerns konsequent auszubauen.
An der Jahresprognose hält EDAG fest. Das Unternehmen erwartet weiterhin ein anspruchsvolles Marktumfeld und rechnet für 2026 mit einer Umsatzentwicklung im Korridor von rund plus/minus fünf Prozent. Gleichzeitig geht die Gruppe weiterhin von einem positiven bereinigten EBIT von bis zu rund drei Prozent aus. +++ me













