Wenige Tage vor der Veröffentlichung des Berichts der Rentenkommission wächst in der deutschen Wirtschaft die Skepsis, ob die Bundesregierung die seit Jahren diskutierte Reform der gesetzlichen Rente noch entscheidend voranbringen wird. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Arbeitgeberverbands BDA hervor, über die das Nachrichtenportal T-Online berichtet.
Nach den Ergebnissen des Arbeitgeberbarometers rechnen 77 Prozent der rund 1.000 befragten Unternehmen nicht mehr damit, dass in dieser Legislaturperiode noch grundlegende Reformen des Rentensystems umgesetzt werden. Lediglich 16 Prozent trauen der Bundesregierung einen solchen Schritt noch zu. Gleichzeitig zeigt die Erhebung, wie groß der Handlungsdruck aus Sicht der Unternehmen ist. 91 Prozent der von Forsa befragten Firmen halten grundlegende Veränderungen für notwendig, damit die gesetzliche Rentenversicherung die finanziellen Folgen der alternden Bevölkerung bewältigen kann.
Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht das bestehende Rentensystem angesichts der demografischen Entwicklung unter erheblichem Druck. Gegenüber T-Online sagte er, ohne eine Strukturreform würden die Rentenbeiträge deutlich steigen. Das System halte der Entwicklung nicht stand. Immer mehr Rentner müssten von einer sinkenden Zahl an Beitragszahlern finanziert werden. Wer diese Entwicklung ignoriere, verschiebe das Problem lediglich in die Zukunft und erhöhe damit die späteren Belastungen.
Mit Blick auf das geringe Vertrauen der Unternehmen in die Reformfähigkeit der Bundesregierung forderte Dulger schnelles Handeln. Dieses Misstrauen könne nur durch konkrete und sichtbare Entscheidungen ausgeräumt werden, nicht durch weitere Ankündigungen. Das Vertrauen der Unternehmen liege nun in den Händen der Regierung.
Zugleich sprach sich Dulger erneut für eine Anhebung der Regelaltersgrenze aus. Die Empfehlungen der Alterssicherungskommission kämen zum richtigen Zeitpunkt, sagte er. Wer länger lebe und entsprechend länger Rente beziehe, müsse nach seiner Auffassung auch länger arbeiten. Andernfalls drohten steigende Rentenbeiträge, geringere Nettoeinkommen und zusätzliche Belastungen für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Deshalb brauche es ein Renteneintrittsalter, das sich an der steigenden Lebenserwartung orientiere, sowie das Ende der abschlagsfreien Frühverrentung. +++











