Die Bundesregierung sieht die deutsche Wirtschaft trotz des eskalierten Nahost-Konflikts derzeit noch in vergleichsweise stabiler Verfassung. In der am Freitag veröffentlichten monatlichen Lageeinschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums heißt es, die wirtschaftliche Aktivität zu Jahresbeginn habe sich „trotz des seit Ende Februar eskalierten Nahost-Konfliktes als vergleichsweise robust“ erwiesen.
Das von Katherina Reiche geführte Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verweist dabei auf mögliche Vorzieheffekte, wie sie bereits im vergangenen Jahr nach den US-Zollankündigungen zu beobachten gewesen seien. Unternehmen hätten offenbar frühzeitig auf drohende Preissteigerungen sowie mögliche Engpässe bei Energie und Rohstoffen reagiert. Darauf deute insbesondere der erneut kräftige Anstieg der Auftragseingänge im März hin, vor allem im Bereich der Vorleistungsgüter.
Gleichzeitig zeichnet die Einschätzung des Ministeriums ein zunehmend angespanntes Bild für die kommenden Monate. Zum Ende des ersten Quartals verdichteten sich die Hinweise auf eine spürbare konjunkturelle Abschwächung. Seit Beginn des Iran-Kriegs hätten sich die Stimmungsindikatoren in der deutschen Wirtschaft deutlich eingetrübt.
Vor allem die Sorge vor weiter steigenden Energie- und Rohstoffpreisen sowie zunehmende Belastungen in den Lieferketten setzen den Unternehmen zu. Besonders betroffen sei das Verarbeitende Gewerbe, darunter die chemische Industrie. Doch die Unsicherheit greift inzwischen auch auf binnenwirtschaftlich geprägte Dienstleistungsbereiche über. Dort belasten steigender Inflationsdruck und die wachsende Unsicherheit über den weiteren Verlauf des Konflikts zunehmend die Nachfrage und die Geschäftserwartungen.
Die Lageeinschätzung macht damit deutlich, dass die wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Konflikts inzwischen weit über die Energieversorgung hinausreichen und zunehmend auf die gesamte konjunkturelle Entwicklung durchschlagen. +++ red.













