Es sind oft die unspektakulären Projekte, die den Alltag einer Stadt am stärksten verändern. Ein neuer Weg hier, eine Brücke dort – und plötzlich entstehen neue Routen, kürzere Verbindungen, andere Spaziergänge. In Fulda ist genau das nun in der Aue passiert. Mit der offiziellen Eröffnung der neuen Rosenbadbrücke und eines Uferwegs entlang der Fulda schließt die Stadt eine jahrzehntealte Lücke im Wegenetz.
Genutzt werden die neuen Strecken schon seit Wochen. Nun folgte der symbolische Akt mit kleiner Feier und großen Worten. Rund zwei Millionen Euro hat Fulda investiert, unterstützt durch Fördermittel. Dafür wurde die nach fast 35 Jahren marode gewordene Holzbrücke über den Fluss ersetzt und zugleich eine neue Wegeverbindung am Ostufer geschaffen.
Stadtbaurat Daniel Schreiner erinnerte daran, dass die ersten Ideen bereits 2015 im Zuge der Bewerbung um die Landesgartenschau entstanden waren. Später wanderte das Vorhaben in das Förderprogramm „Zukunft Stadtgrün“, das inzwischen unter dem sperrigen Titel „Wachstum und nachhaltige Erneuerung“ firmiert.
Wie so oft bei öffentlichen Bauprojekten verlief der Weg zur Fertigstellung weniger geradlinig als die neue Trasse. Ursprünglich sollte der Uferweg schon zur Landesgartenschau 2023 fertig sein. Doch andere Großprojekte beanspruchten Vorrang. Danach bremsten neue wasserrechtliche Vorgaben und Fragen des Flächenerwerbs das Vorhaben aus.
2024 konnte schließlich der Uferweg fertiggestellt werden – inklusive kleiner „Balkone“ auf den Fundamenten der früheren Flussbadeanstalt. Orte zum Verweilen also, wo früher gebadet wurde. Ein hübsches Detail mit lokalhistorischem Charme.
2025 folgte dann der Neubau der Brücke. Die bestehende Gründung aus Rammpfählen blieb erhalten, darauf entstand eine neue Tragkonstruktion aus Stahlprofilen. Für Fußgänger besonders relevant: Die Brücke ist nun barriereärmer, mit flacheren Steigungen und rutschhemmendem Belag. Technisch sinnvoll, baulich folgerichtig – und ein deutlicher Fortschritt gegenüber dem alten Holzbauwerk.
Während der Bauzeit half der Stadt eine frühere Investition: Die bereits 2021 eröffnete Radbrücke auf der anderen Seite der Bardostraße diente als Ausweichroute. Seit Dezember 2025 ist die neue Fußgängerbrücke wieder regulär nutzbar. Beim Hessentag soll sie zudem Teil der Hessentagsstraße werden.
Städtebaulich wichtiger als jede Einweihungsrede ist jedoch die neue Logik der Wegeführung. Von der Südstadt führt nun eine durchgehende Verbindung über Badegarten und Uferweg bis in Richtung Innenstadt. Auch die Achse vom Lokal „Oberbayern“ zum Fluss und weiter Richtung Löhertor wurde verbessert.
Das klingt nach Verwaltungsdeutsch, bedeutet im Alltag aber vor allem: kürzere Wege, mehr Aufenthaltsqualität, bessere Erreichbarkeit.
Schreiner dankte beteiligten Firmen, Planungsbüros, Ämtern und politischen Gremien. Das gehört zum Ritual solcher Termine. Doch diesmal steckt hinter der Routine ein Projekt mit tatsächlichem Nutzen. Fulda hat an einer Stelle investiert, an der man den Effekt unmittelbar spürt – Schritt für Schritt. +++ red.













