Hessen stellt Weichen für die Zukunft der Luftrettung

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Staatsministerin Diana Stolz (li.) beim Luftrettungszentrum Kassel. Foto: Tim Wegner

Die hessische Gesundheitsministerin Diana Stolz hat den Startschuss für die Weiterentwicklung der Luftrettung in Hessen gegeben. „Die Rettung per Hubschrauber sorgt dafür, dass Menschen in Not umgehend Hilfe bekommen, wenn es besonders schnell gehen muss oder der Einsatzort schwer erreichbar ist. Damit das auch in Zukunft zuverlässig gelingt, entwickeln wir die Strukturen entlang der neuesten medizinischen und technischen Anforderungen weiter“, erklärte Stolz. Grundlage dafür sei eine aktuell laufende Bestandsaufnahme der bestehenden Strukturen und künftigen Bedarfe.

„Die Luftrettung ist ein zentraler Baustein unserer medizinischen Versorgung in Hessen. Sie wird deshalb gezielt in die aktuelle Weiterentwicklung des Versorgungsnetzes einbezogen. Die einzelnen Bereiche greifen eng ineinander – umso wichtiger ist es, sie bei der Weiterentwicklung gemeinsam zu betrachten und aufeinander abgestimmt fortzuentwickeln. Bei der Modernisierung unserer medizinischen Versorgung müssen wir übergreifend denken“, unterstrich die Ministerin.

Wie bereits bei der Entwicklung des neuen Krankenhausplans für Hessen bilden auch bei der Planung der Luftrettung fundierte Daten eine wesentliche Grundlage. Die derzeit laufende Analyse umfasst neben der Luftrettung auch die ärztlich begleiteten Sekundärtransporte. Dabei werden schwerkranke Patientinnen und Patienten unter intensivmedizinischer Betreuung, Überwachung und Behandlung von einer Klinik in eine andere verlegt. Zum Einsatz kommen speziell ausgestattete Hubschrauber und Fahrzeuge, etwa um eine spezialisierte Weiterbehandlung zu ermöglichen.

Im vergangenen Jahr wurden in Hessen mehr als 4.500 Hubschraubereinsätze geflogen sowie mehr als 3.000 Transporte mit Intensivtransportwagen durchgeführt.

Auf Basis der Ergebnisse der Struktur- und Bedarfsanalyse sollen die relevanten Beteiligten zusammenkommen, um die nächsten Schritte zu planen. Dabei geht es unter anderem um die Fragen, wie viele Hubschrauber und Intensivtransportwagen künftig benötigt werden, wo diese stationiert sein sollten und wann sie einsatzbereit sein müssen. Ziel ist es, Luftrettung und Intensivtransport so aufzustellen, dass auch künftig eine schnelle, zuverlässige und abgestimmte Versorgung gewährleistet werden kann.

Die Analyse beleuchtet die aktuelle Situation der Luftrettung, bewertet die bestehende Versorgung und richtet den Blick auf die prognostizierte Entwicklung bis zum Jahr 2035. Dabei werden auch die Veränderungen durch die Krankenhausreform berücksichtigt, die neue Anforderungen an Rettungsdienste und Intensivtransporte mit sich bringen.

Die außerklinische Notfallversorgung in Hessen wird durch den bodengebundenen Rettungsdienst in kommunaler Trägerschaft sichergestellt. Ergänzend steht die Luftrettung in der Verantwortung des Landes als überregionales System bereit, um etwa bei schweren Notfällen entlegene Einsatzorte schnell zu erreichen, längere Transportstrecken in Spezialkliniken zu bewältigen oder bei hoher Auslastung des bodengebundenen Rettungsdienstes rasch notärztliche Hilfe zu leisten.

Derzeit sind in Hessen fünf Luftrettungsmittel stationiert: zwei Zivilschutzhubschrauber in Frankfurt am Main und Kassel, ein Rettungshubschrauber des ADAC in Fulda sowie ein Intensivtransporthubschrauber-System der Johanniter Luftrettung mit einer Stammmaschine in Gießen und einer Ersatz- und Verstärkungsmaschine in Reichelsheim in der Wetterau. Diese Hubschrauber absolvierten im vergangenen Jahr gemeinsam mehr als 4.500 Rettungseinsätze und Sekundärtransporte.

Auch der bodengebundene Intensivtransport erfolgt überregional und wird landesweit geplant und koordiniert. Im vergangenen Jahr wurden in Hessen mehr als 3.000 Intensivtransporte mit Intensivtransportwagen durchgeführt. Für diese Aufgabe stehen derzeit Fahrzeuge an neun Standorten zur Verfügung. +++

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