Hessen investiert bis 2030 fast eine Milliarde Euro in Landesstraßen und Brücken

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Hessen will in den kommenden Jahren rund eine Milliarde Euro in den Erhalt und die Modernisierung seines Landesstraßennetzes investieren. Wie das hessische Wirtschafts- und Verkehrsministerium mitteilte, stehen für den Landesstraßenbau zwischen 2026 und 2030 planmäßig rund 850 Millionen Euro zur Verfügung. Hinzu kommen bis 2028 rund 140 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes, die überwiegend in die Sanierung von Brücken und Ingenieurbauwerken fließen sollen.

Im Mittelpunkt des Programms steht die Erhaltung der bestehenden Infrastruktur. Für das neue Landeserhaltungsprogramm sind rund 383 Millionen Euro vorgesehen. Mit dem Geld sollen bis 2030 insgesamt 333 prioritäre Sanierungsmaßnahmen umgesetzt und rund 450 Kilometer Landesstraßen erneuert werden. Die Auswahl der Projekte basiert auf einer überarbeiteten Dringlichkeitsbewertung, bei der neben der Verkehrssicherheit auch die Wirtschaftlichkeit stärker berücksichtigt wurde.

Nach Angaben des hessischen Wirtschafts- und Verkehrsministers sowie stellvertretenden Ministerpräsidenten Kaweh Mansoori sollen die Investitionen vor allem dort ankommen, wo der Sanierungsbedarf am größten ist. Ziel sei es, Straßen zu erneuern, Brücken instand zu setzen und besonders stark belastete Strecken zu sichern. Davon profitierten sowohl Pendler und Anwohner als auch Unternehmen, die auf funktionierende Verkehrswege angewiesen seien.

Auch Hessen Mobil sieht sich auf die Umsetzung der Maßnahmen vorbereitet. Torsten Bertram, Abteilungsleiter Mobilität und Radverkehr bei Hessen Mobil, erklärte, die zusätzlichen Mittel ermöglichten es den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Regionen, die geplanten Projekte zügig anzugehen und damit für sichere Straßen im Land zu sorgen.

Neben den 383 Millionen Euro für die Erhaltungsinitiative sind weitere 177 Millionen Euro für Brücken und Ingenieurbauwerke sowie 114 Millionen Euro für Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit vorgesehen. Nach der Zustandserfassung und -bewertung des Landesstraßennetzes aus dem Jahr 2024 hat sich die Straßensubstanz gegenüber 2020 bereits um 4,2 Prozent verbessert. Nach Angaben des Ministeriums fließen inzwischen 97 Prozent der Investitionen im Landesstraßenbau in Erhaltungsmaßnahmen.

Für das neue Programm wurden rund 2.000 potenzielle Sanierungsmaßnahmen anhand objektiver Kriterien bewertet. Die Verkehrssicherheit bleibt mit einem Anteil von 40 Prozent das wichtigste Kriterium. Gleichzeitig wurde die Gewichtung der Wirtschaftlichkeit von bislang 10 auf 28 Prozent erhöht. Dadurch sollen insbesondere Straßen mit hohem Schwerlast- und Wirtschaftsverkehr sowie sanierungsbedürftige Strecken im ländlichen Raum stärker berücksichtigt werden. Zusätzlich fließen die Verkehrsqualität und Auswirkungen auf das Umfeld in die Bewertung ein.

Nach Angaben von Mansoori setzt das Land mit der neuen Priorisierung auf transparente und nachvollziehbare Kriterien, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Leistungsfähigkeit des Straßennetzes langfristig zu sichern. Von den insgesamt 333 prioritären Maßnahmen sollen 207 sofort oder zeitnah umgesetzt werden. Weitere 126 Projekte wurden neu in das Programm aufgenommen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Ortsdurchfahrten, die häufig gemeinsam mit den Kommunen saniert werden. Dabei können zugleich Ver- und Entsorgungsleitungen sowie Glasfaserinfrastruktur erneuert werden, sodass Bauarbeiten gebündelt und die Belastungen für Anwohner reduziert werden. +++ red.

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