Der Morgen beginnt harmlos. Über Hessen liegt ein Himmel, der sich nicht recht entscheiden kann: ein wenig Grau, ein wenig Blau, dazwischen heitere Abschnitte, die fast schon wie ein Versprechen wirken. Es ist diese Art von Frühlingstag, die sich leise anschleicht, ohne gleich alles preiszugeben.
Doch schon im Laufe des Vormittags verändert sich das Bild. Von Nordwesten her schiebt sich dichtere Bewölkung ins Land, zunächst unscheinbar, dann bestimmter. Gegen Mittag hat sie vielerorts das Kommando übernommen. Besonders im Norden zeigt sich der Tag dann von seiner unruhigeren Seite. Schauerartige Regenfälle ziehen durch, nichts Dauerhaftes, eher ein Kommen und Gehen, ein kurzes Anklopfen an Fensterscheiben und Dächer.
Im Süden hingegen bleibt es oft trocken. Dort hält sich die freundlichere Variante dieses Tages, als hätte sich das Wetter entschieden, das Land in zwei Stimmungen zu teilen. Auch die Temperaturen passen sich diesem Bild an: milde 16 bis 19 Grad sind verbreitet möglich, während das Rhein-Main-Gebiet und die Regionen südlich des Mains mit bis zu 21 Grad schon fast einen Vorgeschmack auf den Frühsommer geben. Wer höher hinaus will, wird daran erinnert, dass es noch nicht so weit ist – in den höchsten Lagen des Berglands bleibt es bei rund 12 Grad spürbar kühler.
Was diesen Tag jedoch prägt, ist weniger die Temperatur als die Bewegung. Der Wind ist es, der dem Ganzen eine eigene Dynamik verleiht. Ein auffrischender Südwest- bis Westwind zieht durchs Land, zunächst lebhaft, dann zunehmend kräftig. Im Flachland sind starke Böen um 60 km/h möglich, spürbar, hörbar, bisweilen auch lästig. In den höheren Lagen und dort, wo sich Schauer entwickeln, kann der Wind noch zulegen. Einzelne stürmische Böen bis 70 km/h sind dann keine Überraschung mehr, sondern Teil eines Wetters, das sich nicht festlegen will zwischen Frühling und Nachklang des Winters.
Erst am Abend beruhigt sich die Lage allmählich. Der Wind lässt nach, als hätte auch er genug von diesem Tag. In der Nacht klart es von Nordwesten her auf. Die Wolken ziehen ab, und was bleibt, ist eine stille Kühle. Es bleibt trocken, doch in den klareren Regionen kann sich am Boden leichter Frost bilden – ein leiser Hinweis darauf, dass die Jahreszeit noch im Übergang ist.
Der Blick nach vorn fällt dagegen freundlicher aus. Der morgige Tag verspricht heiteres bis sonniges Wetter, bei schwachem Wind und Temperaturen zwischen 13 und 17 Grad. Es ist die ruhigere, stabilere Variante des Frühlings, die sich dann zeigt – weniger spektakulär, aber verlässlicher.
Und auch darüber hinaus deutet sich eine Phase an, die viele nach den wechselhaften Wochen willkommen heißen dürften: sonnig, trocken, zunehmend wärmer. Es ist, als würde sich der Frühling nun doch durchsetzen, Schritt für Schritt, ohne Hast, aber mit einer gewissen Entschlossenheit. +++












