Döring investiert in die Zukunft: Neue Späne-Lagerhalle in Fulda entsteht

Regierungspräsident Mark Weinmeister (Vierter von rechts) informierte sich bei Ina-Maria Döring (Mitte) und Mirko Auth (Vierter von links) über den Bau der neuen Späne-Lagerhalle auf dem Gelände des Schrotthandels in der Bellinger Straße. Foto: Döring

675 Quadratmeter Zukunft entstehen derzeit in der Bellinger Straße in Fulda. Die Johann Döring GmbH & Co. KG investiert mit dem Bau einer neuen Späne-Lagerhalle in die Weiterentwicklung ihres Standorts. Regierungspräsident Mark Weinmeister und der Bundestagsabgeordnete und Parlamentarische Staatssekretär Michael Brand informierten sich jetzt bei einem Besuch über den Baufortschritt.

Der Startschuss für die rund 45 Meter lange und 15 Meter breite Halle fiel im April 2026. Die Fertigstellung ist voraussichtlich für Ende des Jahres vorgesehen, die Inbetriebnahme soll Anfang 2027 erfolgen, erklärte Ina-Maria Döring, geschäftsführende Gesellschafterin der Johann Döring GmbH & Co. KG. Bei dem Neubau handelt es sich um einen Spezialbau für die Lagerung von potenziell emulsionsbehafteten Eisen- und Metallspänen. Die Halle werde nach dem neuesten Stand der Technik und unter strengen Umweltkriterien errichtet, sagte Döring. Damit würden die Voraussetzungen geschaffen, auch künftig den Anforderungen der Kunden gerecht zu werden und die Materialien sicher, effizient und umweltgerecht zu lagern.

Für Ina-Maria Döring ist die neue Halle dabei weit mehr als eine bauliche Erweiterung des bestehenden Standorts. Unternehmerisches Handeln bedeute für sie vor allem, langfristig zu planen und strategisch zu denken, möglichst so, dass auch die nächsten Generationen davon profitieren könnten. Die Investition sei deshalb ein wichtiger Baustein für die langfristige Sicherung und Weiterentwicklung des Standorts. Solche Projekte könnten allerdings nur funktionieren, wenn alle Beteiligten an einem Strang zögen. Wichtig sei für das Unternehmen deshalb die Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden auf Augenhöhe und in enger Abstimmung. Dies schaffe Planungssicherheit und ermögliche es, gemeinsam gute Lösungen zu entwickeln.

Regierungspräsident Mark Weinmeister würdigte die Entwicklung des Familienunternehmens und verwies auf die Verbindung von Tradition und Zukunft. Döring stehe beispielhaft dafür, wie beides erfolgreich miteinander verbunden werden könne. Seit fast 145 Jahren befinde sich das Unternehmen in Familienbesitz und werde inzwischen in fünfter Generation geführt. Allein dies belege eindrucksvoll, dass der Traditionsbetrieb nachhaltig, verantwortungsvoll und mit großer Weitsicht geführt werde.

Der heimische Bundestagsabgeordnete Michael Brand, der sich für die Erweiterung eingesetzt hatte, hob die Bedeutung des Unternehmens für die Region hervor. Döring sei als eines der ältesten Unternehmen in Fulda ein wichtiger Bestandteil der Wirtschaftsregion Osthessen. Der Schrotthandel insgesamt stehe nicht nur für leistungsfähigen Mittelstand, der vor Ort Arbeitsplätze und Wertschöpfung sichere. Gerade angesichts der zunehmenden Bedeutung der Verfügbarkeit von Rohstoffen und der Unabhängigkeit von internationalen Lieferketten gewinne auch die Kreislaufwirtschaft an Bedeutung. Was heute als Abfall anfalle, sei häufig der Rohstoff von morgen und teilweise bereits heute. Unternehmen wie Döring leisteten damit einen wichtigen Beitrag zu mehr Unabhängigkeit bei der Rohstoffversorgung.

Bei einem Rundgang über den Schrottplatz kamen auch die aktuellen Herausforderungen der Branche zur Sprache. Ina-Maria Döring verwies auf die Auswirkungen der allgemeinen Wirtschaftsflaute. Dadurch hätten sich auch die Schrottmengen am Markt reduziert, während gleichzeitig die Kosten für Energie, Personal und Logistik weiter gestiegen seien. Der auf Umweltrecht spezialisierte Rechtsanwalt Dr. Markus Pauly von Pauly Rechtsanwälte in Köln, der ebenfalls an der Betriebsbesichtigung teilnahm, verwies vor diesem Hintergrund auf die Leistung der Unternehmensführung. Die Döring-Führungsriege habe es geschafft, in schwierigen Zeiten nicht nur fortzubestehen, sondern gleichzeitig zu investieren und neue behördliche Auflagen umzusetzen, um den Stand der Technik zu erfüllen.

Die Firma Döring arbeitet als zertifizierter Entsorgungsfachbetrieb eng mit der stahl- und metallverarbeitenden Industrie zusammen. Das Unternehmen sorgt dafür, dass Eisen- und Nichteisenmetalle fachgerecht erfasst, aufbereitet und einer weiteren Nutzung zugeführt werden. Die neue Lagerhalle sei der nächste Schritt, um die betrieblichen Abläufe und die Umweltstandards zukunftssicher weiterzuentwickeln, betonte Döring-Prokurist Mirko Auth. Gleichzeitig stünden für die kommenden Jahre weitere Großprojekte auf der Agenda.

Bereits ab 2018 hatte das Schrotthandelsunternehmen umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu gehörte unter anderem der komplette Umbau des Verwaltungsgebäudes einschließlich der Werkstatt. Die nun entstehende Späne-Lagerhalle setzt diese Entwicklung fort und soll die betrieblichen Voraussetzungen am Standort weiter verbessern.

Für Ina-Maria Döring steht der Neubau zugleich stellvertretend für den grundsätzlichen Anspruch des Familienunternehmens. Der Standort solle aktiv weiterentwickelt werden. Nachhaltigkeit bedeute für sie deshalb auch, Verantwortung zu übernehmen und heute die Grundlagen dafür zu schaffen, dass der Betrieb, den sie vor acht Jahren von ihrem Vater übernommen habe, auch künftig erfolgreich am Standort Fulda arbeiten könne.

An der Baustellenbegehung nahmen außerdem der Architekt Dieter Kirsch aus Hofbieber und der Steuerberater Erich Weis aus Fulda teil. Ebenfalls dabei war Michael Rutschmann von der Prof. Dr.-Ing. Uwe Görisch GmbH in Karlsruhe, einem Ingenieurbüro für Abfallwirtschaft. +++

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