Die Bundesnetzagentur schließt steigende Gaspreise für Verbraucher in den kommenden Monaten nicht aus. Behördenpräsident Klaus Müller sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“, viele private Haushalte verfügten derzeit noch über Preisgarantien mit Laufzeiten von zwölf Monaten oder länger. Bei anschließenden Neuverträgen könne es jedoch zu höheren Kosten kommen.
Allerdings seien mögliche Preissteigerungen nicht mit der Situation nach dem russischen Angriff auf die Ukraine vergleichbar, betonte Müller. „Zum Glück ist die heutige Situation mit der vor fünf Jahren nicht vergleichbar“, sagte er. Zugleich rief der Präsident der Bundesnetzagentur zu einem bewussten Umgang mit Energie auf. „Gas ist ein wertvolles Gut. Insofern gilt wie seit Jahren: Mit Gas sorgsam umzugehen, ist nicht verkehrt.“
Während beim Gas mögliche Preissteigerungen drohen, entwickelt sich der Strompreis nach Angaben der Behörde derzeit eher rückläufig. Ursache sei unter anderem ein „auch jahreszeitlich bedingt deutlicher Anteil kostengünstiger erneuerbarer Energie“, sagte Müller dem RND.
Mit Blick auf sogenannte negative Strompreise zeigte sich der Behördenchef offen für Veränderungen im Strommarkt. Solche negativen Preise entstehen, wenn mehr Strom produziert wird, als aktuell benötigt wird. Das Phänomen zeige, „dass wir darüber nachdenken müssen, wie wir negative Preise dämpfen können“, sagte Müller. Als mögliche Maßnahmen nannte er einen stärkeren Ausbau von Speichermöglichkeiten sowie eine direkte Vermarktung erneuerbarer Energien an der Strombörse anstelle klassischer Einspeisevergütungen. +++ red.













