Wartezeiten auf Handwerkertermine sinken deutlich

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Die Wartezeiten auf einen Handwerkertermin in Deutschland haben sich deutlich verkürzt. Das sagte Handwerkspräsident Jörg Dittrich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Demnach müssen Kunden derzeit im Durchschnitt 8,9 Wochen auf einen Termin warten. In Städten dauere es etwas länger als in ländlichen Regionen. Zwischenzeitlich hätten die Wartezeiten bereits bei 14 Wochen gelegen.

Zugleich warnte Dittrich vor erheblichen Belastungen für das deutsche Handwerk durch den Iran-Krieg. Der Druck auf die Betriebe sei massiv. Es bestehe die Gefahr, dass ganze Geschäftsmodelle kippten und zahlreiche Arbeitsplätze verloren gingen. Bereits im vergangenen Jahr habe das Handwerk mehr als 60.000 Arbeitsplätze eingebüßt. Viele Familien verschöben in der aktuellen Krise geplante Investitionen, wodurch die Aufträge zurückgingen.

Besonders betroffen seien laut Dittrich die Lieferketten, vor allem im Baugewerbe. Viele Materialien würden mit hohem Energieaufwand hergestellt und verteuerten sich deshalb deutlich. So steige etwa der Preis für Styropordämmung, für deren Produktion Erdöl benötigt werde. Dadurch wichen viele Kunden auf Mineralwolle aus, die inzwischen knapp werde. In der Baubranche seien Preissteigerungen von bis zu 50 Prozent zu beobachten, auch wegen höherer Transportkosten. Zudem hätten sich Lieferzeiten teils sprunghaft von zwei auf 16 Wochen verlängert.

Der Handwerkspräsident verwies auch auf indirekte Folgen der Krise. Wenn Verbraucher mehr Geld für Kraftstoff ausgeben müssten, sparten sie an anderer Stelle. Die Menschen gingen seltener zum Friseur und kauften weniger bei Bäckern oder Metzgern ein. Diese Kaufzurückhaltung setze sofort ein.

Mit Blick auf die Energiepreise sprach sich Dittrich für eine Verlängerung des Tankrabatts über die bislang beschlossenen zwei Monate hinaus aus. Der Staat profitiere durch höhere Steuereinnahmen bei der Mineralölsteuer von der Krise und solle diese Mehreinnahmen weitergeben. Der Tankrabatt solle deshalb so lange bestehen bleiben, wie die Krise andauere. Entscheidend sei darüber hinaus, die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken. Dafür brauche es jetzt Reformen, sagte Dittrich. +++

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