Die Bundesländer haben ihre Ausgaben für Produkte des Softwarekonzerns Microsoft in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Das geht aus einer Umfrage von „Tagesspiegel Background“ unter den Ländern hervor. Demnach zahlten die Bundesländer im vergangenen Jahr mehr als 191,7 Millionen Euro für Microsoft-Produkte.
Zehn der 16 Bundesländer beantworteten die Anfrage und legten ihre Ausgaben seit 2021 offen. Den Angaben zufolge stiegen die Kosten in den beteiligten Ländern durchschnittlich um rund 16,8 Prozent pro Jahr. Während die Ausgaben 2021 noch bei insgesamt 104,3 Millionen Euro lagen, beliefen sie sich im vergangenen Jahr auf 191,7 Millionen Euro. Das entspricht einer Steigerung von nahezu 84 Prozent innerhalb von fünf Jahren.
Die höchsten Ausgaben unter den antwortenden Ländern entfielen auf Nordrhein-Westfalen. Dort summierten sich die Kosten in fünf Jahren auf mehr als 180,2 Millionen Euro. Allerdings fehlen in der Aufstellung Angaben aus dem Innenressort, sodass die tatsächlichen Gesamtausgaben noch höher liegen dürften. Dahinter folgen Niedersachsen mit 159,1 Millionen Euro sowie Baden-Württemberg mit rund 110,4 Millionen Euro.
Keine Zahlen lieferten Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Bayern und Rheinland-Pfalz.
Als Ursachen für die steigenden Kosten nannten die Länder einen wachsenden Bedarf an Informationstechnologie sowie veränderte Lizenzmodelle der Hersteller. Zudem verlagere Microsoft zunehmend Dienstleistungen in die Cloud, anstatt Programme wie bisher lokal zur Verfügung zu stellen. Auch höhere Sicherheitsanforderungen sowie neue Funktionen in den Produkten hätten zu steigenden Preisen beigetragen.
Alexander Britz, Leiter des Public-Sector-Geschäfts von Microsoft in Deutschland, erklärte, ihn ärgerten Schlagzeilen über hohe Ausgaben für Microsoft-Produkte mitunter. Dabei handle es sich nicht um die Summen, die tatsächlich bei Microsoft ankämen.
Britz verwies darauf, dass Microsoft nicht direkt an die öffentliche Hand verkaufe. Stattdessen erfolge der Vertrieb über Handelspartner und IT-Unternehmen, die wiederum öffentliche IT-Dienstleister belieferten. Diese verkauften die Produkte anschließend an die Bundesländer weiter. +++














