Trotz massiver Proteste und mehrerer Straßenblockaden hat der Bundesparteitag der AfD in Erfurt am Samstagvormittag planmäßig begonnen. Parteichef Tino Chrupalla eröffnete das zweitägige Delegiertentreffen kurz nach 10 Uhr mit den Worten: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Mit Blick auf die Proteste ergänzte er: „Die Randalierer von der Antifa haben ihr eigenes Störmanöver verschlafen.“
Im Mittelpunkt des Parteitags steht die Wahl des Bundesvorstands. Die beiden Vorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla treten erneut für ihre Ämter an. Gegenkandidaten werden nach derzeitigem Stand nicht erwartet. Beobachtern zufolge könnten beide jedoch ein schwächeres Ergebnis erzielen als beim vergangenen Wahlparteitag vor zwei Jahren.
Inhaltliche Debatten dürften sich am Samstag und Sonntag weitgehend in Grenzen halten. Aufmerksamkeit richtet sich jedoch auf einen Antrag zur Unvereinbarkeitsliste der Partei. Die Antragsteller, zu denen auch der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke zählt, wollen die bestehenden Regelungen entschärfen. So soll unter anderem eine frühere Mitgliedschaft in Organisationen wie der Identitären Bewegung (IB) künftig „verjähren“ können. Höcke könnte darüber hinaus zusätzlichen Einfluss auf den Bundesvorstand gewinnen, sollte sein enger Vertrauter Stefan Möller wie erwartet zum stellvertretenden Bundesvorsitzenden gewählt werden.
Unterdessen veröffentlichte die Polizei ein Update zum Demonstrationsgeschehen. Demnach befanden sich bis 9 Uhr rund 20.000 Demonstrierende vor Ort. Im Vorfeld waren die Behörden von insgesamt rund 50.000 Gegendemonstranten ausgegangen und hatten auch mit gewalttätigen Ausschreitungen gerechnet. Das Ziel, den Parteitag zu verzögern, wurde jedoch nicht erreicht. Anders als bei den vergangenen Delegiertentreffen der AfD konnte die Veranstaltung pünktlich beginnen. +++ red











