Das Eichenzeller Weckfresserfest soll 2027 zu seinen Wurzeln zurückkehren. Die Eichenzeller Dorfgemeinschaft (EDG) hat bei ihrer jüngsten Sitzung wichtige Weichen für das kommende Vereins- und Veranstaltungsjahr gestellt. EDG-Vorsitzender Dirk Fischer begrüßte dazu zahlreiche Vereinsfunktionärinnen und Vereinsfunktionäre im Clubraum des FC Britannia Eichenzell. Während auf dem Vereinsgelände draußen der Trainingsbetrieb lief, stand im Clubraum vor allem die Neuausrichtung des Traditionsfestes im Mittelpunkt. Einen besonderen Willkommensgruß richtete Fischer an Hildegard Weber von der Gemeinde Eichenzell, Pfarrerin Ulrike Röder, Pfarrer Dr. Guido Pasenow sowie Ortsvorsteher Christian Meier. Ihre Teilnahme unterstrich zugleich die enge Verbindung zwischen Gemeinde, Kirchen, Ortsvertretung und Eichenzeller Vereinsgemeinschaft.
Hintergrund für die Neuausrichtung des Weckfresserfestes ist die angespannte Haushaltslage der Gemeinde Eichenzell und die damit verbundenen notwendigen Sparmaßnahmen. Der Gemeindevorstand hat deshalb beschlossen, das Traditionsfest im Jahr 2027 bewusst in einem kleineren Rahmen durchzuführen. Gefeiert werden soll am Sonntag, 13. Juni 2027, im Schlossgarten. Damit soll das Fest ein Stück weit zu seinen Ursprüngen zurückkehren. Das Weckfresserfest wurde 1998 erstmals veranstaltet, und auch damals stand der Schlossgarten im Mittelpunkt.
Eine wesentliche Veränderung betrifft die in den vergangenen Jahren etablierte Schlemmermeile. Sie wird es 2027 nicht geben. Stattdessen soll die Bewirtung wieder vollständig durch Eichenzeller Vereine aus dem Ortskern übernommen werden. Die umfangreichen Straßensperrungen, die damit verbundenen organisatorischen Anforderungen sowie die hohen Kosten für Infrastruktur und Stromversorgung lassen sich angesichts der derzeitigen Haushaltslage nicht mehr mit dem bisherigen Veranstaltungskonzept vereinbaren. Ziel ist deshalb ein bewusst einfach gehaltenes Fest, das mit überschaubarem Aufwand auskommt, seinen besonderen Charme aber behalten soll.
Hildegard Weber erläuterte den Vereinsvertreterinnen und Vereinsvertretern während der Sitzung die bisherigen Planungen. Das Weckfresserfest 2027 soll möglichst unkompliziert organisiert werden. Insbesondere auf größere Stromverlegungen soll verzichtet werden. Schon während der Sitzung wurde deutlich, dass die Eichenzeller Vereine bereit sind, Verantwortung zu übernehmen und ihren Beitrag zum Gelingen des Traditionsfestes zu leisten.
Der Gesangverein Concordia 1900 Eichenzell e. V. und der Handwerker- und Kulturverein 1894 Eichenzell e. V. wollen gemeinsam einen Stand mit Grillspezialitäten betreiben. Die Eichenzeller Backgemeinschaft wird wieder verschiedene Brotspezialitäten und Zwibbelsploatz anbieten. Für Kaffee und Kuchen möchte der Eichenzeller Angelsportverein e. V. sorgen. Der FC Britannia Eichenzell übernimmt traditionell den Getränkestand. Auch die DRK-Gruppe „Menschen mit Behinderung“ wird wieder einen Cocktailstand anbieten. Damit ist ein wichtiger Grundstein für die Bewirtung gelegt. Gleichzeitig sind weitere Eichenzeller Vereine eingeladen, sich mit eigenen Ideen und Angeboten am Weckfresserfest zu beteiligen.
Auch für die jüngsten Besucherinnen und Besucher soll das Fest attraktiv bleiben. Ein Kinderflohmarkt am Kirchplatz soll wieder Bestandteil des Weckfresserfestes sein. Darüber hinaus ist eine Kinderanimation vorgesehen. Die Eichezeller Deifls haben dafür bereits ihre Unterstützung zugesagt. Trotz des reduzierten Rahmens soll das Weckfresserfest damit seinen Charakter als familienfreundliche Veranstaltung für alle Generationen bewahren.
Gerade die Rückkehr in den Schlossgarten soll für eine besondere Atmosphäre sorgen. Dort, wo einst die ersten Weckfresserfeste gefeiert wurden, soll 2027 wieder ein Fest entstehen, bei dem das Miteinander, die Eichenzeller Vereine und die gemeinsame Tradition im Vordergrund stehen. Die Gemeinde Eichenzell wird die Organisation des Traditionsfestes weiterhin begleiten. Die federführende Koordination übernimmt Hildegard Weber. Gemeinsam mit der EDG und den beteiligten Vereinen sollen die weiteren Einzelheiten entwickelt werden.
Bei der nächsten EDG-Sitzung im November sollen die Planungen weiter konkretisiert werden. Bis dahin haben die Eichenzeller Vereine Gelegenheit, sich Gedanken über eine mögliche Beteiligung zu machen und weitere Vorschläge einzubringen. EDG-Vorsitzender Dirk Fischer machte in der Sitzung deutlich, dass gerade in Zeiten knapper finanzieller Möglichkeiten die Zusammenarbeit der Vereine eine besondere Bedeutung gewinnt. Das Weckfresserfest könne ein Beispiel dafür sein, wie durch ehrenamtliches Engagement und gemeinschaftliches Handeln eine traditionsreiche Veranstaltung erhalten werden kann. Weniger Aufwand, mehr Vereinsgemeinschaft und eine Rückbesinnung auf die Anfänge sollen dem Eichenzeller Weckfresserfest 2027 seinen eigenen Charakter geben.
Neben den Planungen für das Weckfresserfest nutzte die EDG-Sitzung die Gelegenheit, zahlreiche weitere Termine für 2026 und 2027 abzustimmen. Bereits vom 4. bis 6. September 2026 feiert der FC Britannia Eichenzell sein 115-jähriges Vereinsjubiläum. Vorgesehen sind unter anderem Punktspiele, ein Altherren-Turnier, eine große Tombola und ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.
Am 6. und 7. September 2026 lädt der Gesangverein Concordia 1900 Eichenzell zum traditionellen Munkenhüttenfest ein. Am Sonntag stehen unter anderem ein Gottesdienst um 10 Uhr, gemeinsames Singen und eine gute Bewirtung auf dem Programm. Am Montag folgt ein zünftiger Dämmerschoppen mit Stefan Müllers Haxen und Kreuzbergbier.
Dass beide Vereinsveranstaltungen auf dasselbe Wochenende fallen, wurde von Concordia-Vorsitzender Uschi Heisig kritisch angesprochen. Sie zeigte sich enttäuscht über die Terminüberschneidung und betonte die Bedeutung eines guten Miteinanders der Eichenzeller Vereine. „Ich bin normalerweise dafür, dass Vereine zusammenhalten und Freundschaften gepflegt werden. Ich bin aber enttäuscht, wie hier die Terminabstimmung gelaufen ist“, erklärte Heisig.
Dirk Fischer stimmte zu, dass die Terminabstimmung in diesem Fall unglücklich verlaufen sei. Die Sitzungsteilnehmer waren sich grundsätzlich einig, dass die Terminplanung künftig noch besser koordiniert werden müsse, damit möglichst vermieden wird, dass mehrere Vereinsfeste am selben Wochenende stattfinden. +++













