Der heiße und trockene Sommer hat in vielen Kommunen sichtbar gemacht, dass eine sichere Wasserversorgung keine Selbstverständlichkeit ist. Was lange als verlässliche Infrastruktur im Hintergrund wahrgenommen wurde, rückt angesichts steigender Temperaturen, längerer Trockenperioden und unregelmäßiger Niederschläge stärker in den Mittelpunkt. Für die Kommunen im Netzgebiet der RhönEnergie Gruppe stellt sich damit die Frage, wie die Versorgung auch unter schwierigeren klimatischen Bedingungen dauerhaft gewährleistet werden kann. Eine mögliche Antwort liegt in einer engeren Zusammenarbeit über kommunale Grenzen hinweg, heißt es auf fuldainfo.de.
Über die Herausforderungen und mögliche gemeinsame Lösungsansätze diskutierten die Vertreter der 38 Kommunen beim Treffen des Kommunalen Beirats der RhönEnergie-Netzgesellschaft OsthessenNetz GmbH. Gemeinsam mit den Geschäftsführern Matthias Hahner und Andreas Bug ging es dabei um die Folgen der Trockenheit, die Zukunft der Wasserversorgung und die Bedeutung regionaler Kooperationen. Das Gebiet, in dem die RhönEnergie Gruppe tätig ist, reicht von der thüringischen Rhön und dem Kreis Hersfeld-Rotenburg bis in den Bergwinkel sowie vom Main-Spessart-Kreis bis in den Vogelsberg. Die unterschiedlichen geografischen und kommunalen Bedingungen machen deutlich, dass Fragen der Versorgungssicherheit nicht an Gemeinde- oder Kreisgrenzen enden.
„Der vergangene Sommer hat gezeigt, dass eine sichere Wasserversorgung keine Selbstverständlichkeit ist. Wenn wir für die Zukunft gut aufgestellt sein wollen, müssen wir stärker über kommunale Grenzen hinweg denken und zusammenarbeiten“, sagte Matthias Hahner. Die Aussage verweist auf eine Entwicklung, die für die kommunale Infrastruktur zunehmend an Bedeutung gewinnt: Versorgungssicherheit lässt sich nicht allein durch den Ausbau einzelner Anlagen gewährleisten. Sie hängt ebenso davon ab, wie gut Kommunen und Versorgungsunternehmen Informationen austauschen, auf Engpässe reagieren und ihre Ressourcen aufeinander abstimmen können.
Im Kommunalen Beirat treffen sich Vertreter der Kommunen, in denen die RhönEnergie Gruppe für Strom, Gas oder Wasser zuständig ist. Der regelmäßige Austausch bietet damit eine Plattform, auf der unterschiedliche Anforderungen und Erfahrungen aus dem Versorgungsgebiet zusammenkommen. Gerade bei der Wasserversorgung kann diese Vernetzung von Bedeutung sein, wenn sich die Bedingungen vor Ort verändern und einzelne Betreiber vor Herausforderungen stehen, die sich nicht ohne Weiteres isoliert bewältigen lassen.
Klimawandel erhöht den Handlungsdruck auf die Wasserversorgung
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Diskussion lag auf den Auswirkungen des Klimawandels. Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und zunehmend unregelmäßige Niederschläge setzen die Wasserressourcen unter Druck. Dabei ist nicht allein die Menge des Niederschlags entscheidend. Auch die Art und Weise, wie Regen fällt, beeinflusst die Verfügbarkeit von Wasser. Starkregen trägt häufig weniger zur Grundwasserneubildung bei, weil große Wassermengen in kurzer Zeit abfließen können, anstatt langsam in den Boden einzusickern. Für die langfristige Sicherung der Wasserressourcen kommt es deshalb auf die tatsächlichen Bedingungen der Grundwasserneubildung und die Entwicklung der verfügbaren Bestände an.
Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Wasserqualität, die Versorgungssicherheit und den Betrieb der Anlagen. Die Betreiber müssen ihre Infrastruktur unter veränderten klimatischen Bedingungen zuverlässig funktionsfähig halten und zugleich auf weitere Herausforderungen reagieren. Dazu gehören der Fachkräftemangel, ein zunehmender Erneuerungsbedarf und wachsende Kosten. Die Sicherung der Wasserversorgung ist damit nicht nur eine Frage der vorhandenen Wasserressourcen, sondern auch der technischen, personellen und finanziellen Möglichkeiten, diese Ressourcen dauerhaft nutzbar zu machen.
Andreas Bug betonte, dass Aufmerksamkeit, Vorsorge und ein bewusster Umgang mit Wasser dauerhaft zur Normalität werden müssten. Wassersparen dürfe nicht erst dann zum Thema werden, wenn eine konkrete Versorgungskrise eingetreten sei. „Nachhaltiger Umgang mit Wasser bedeutet nicht Verzicht, sondern eine verantwortungsbewusste Anpassung an die natürlichen Grenzen. Unser Verbrauch muss sich stärker an den verfügbaren Ressourcen orientieren“, erklärte Bug.
Damit richtet sich der Blick nicht ausschließlich auf die Betreiber der Versorgungsanlagen. Auch Kommunen, Unternehmen und private Haushalte sind Teil des Umgangs mit der Ressource Wasser. Ein verantwortungsbewusster Verbrauch kann die vorhandenen Ressourcen schonen. Zugleich bleibt die Aufgabe bestehen, die Versorgungssysteme so auszurichten, dass sie auch bei längeren Trockenperioden und veränderten Niederschlagsmustern zuverlässig funktionieren. Wassersparen und Investitionen in die Infrastruktur sind dabei keine Gegensätze, sondern unterschiedliche Bestandteile einer langfristigen Vorsorge.
Zusammenarbeit soll Versorgungssicherheit stärken
Der trockene Sommer hat aus Sicht der Rathauschefs und der RhönEnergie zugleich gezeigt, welche Bedeutung die gegenseitige Unterstützung der Wasserversorger besitzt. Kurze Wege, der Austausch von Erfahrungen und gemeinsame Lösungsansätze können dazu beitragen, auch in schwierigen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Eine engere Zusammenarbeit soll nach Einschätzung von OsthessenNetz technische, wirtschaftliche und organisatorische Vorteile bieten. Genannt wurden unter anderem die Qualitätssicherung, die Bewirtschaftung von Anlagen und Netzen, Investitionen sowie der Umgang mit dem Fachkräftemangel.
Die Überlegung dahinter ist nachvollziehbar: Nicht jede Kommune verfügt über dieselben personellen Kapazitäten, dieselben technischen Möglichkeiten oder das erforderliche Spezialwissen. Gerade bei komplexen Aufgaben kann eine gemeinsame Herangehensweise dazu beitragen, vorhandene Kompetenzen besser zu nutzen. Das setzt allerdings voraus, dass Kooperationen konkrete Ziele verfolgen und sich am tatsächlichen Bedarf der beteiligten Kommunen orientieren. Zusammenarbeit allein ist noch keine Garantie für eine sichere Wasserversorgung. Entscheidend ist, ob sie im Alltag zu besseren Abläufen, einer verlässlicheren Planung und einer schnelleren Reaktion auf Herausforderungen führt.
„Versorgungssicherheit entsteht nicht nur durch Technik, sondern auch durch funktionierende Partnerschaften. Wenn wir Wissen, Ressourcen und Kompetenzen stärker bündeln, können wir die Wasserversorgung in der Region resilienter machen“, sagte Matthias Hahner. Aus seiner Sicht sollten gemeinsame Lösungen dort entstehen, wo sie einen konkreten Nutzen bringen. Es gehe nicht darum, jede Herausforderung nach einem einheitlichen Muster zu bearbeiten, sondern darum, dort zusammenzuarbeiten, wo die jeweiligen Kommunen und Versorger davon profitieren können.
Auch der Fachkräftemangel spielt in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. „Keine Kommune muss jede Herausforderung allein lösen. Gerade beim Fachkräftemangel, bei Spezialwissen und bei komplexen technischen Aufgaben kann Zusammenarbeit ein wichtiger Schlüssel sein“, erklärte Hahner. Die Aussage macht deutlich, dass die Zukunft der Wasserversorgung nicht allein von der Verfügbarkeit finanzieller Mittel und technischer Anlagen abhängt. Ebenso wichtig ist die Frage, ob ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht, um Anlagen zu betreiben, Wartungen durchzuführen, Störungen zu beheben und notwendige Erneuerungen zu planen.
OsthessenNetz berichtet über stabiles Stromnetz
Neben der Wasserversorgung wurde beim Treffen des Kommunalen Beirats auch die Entwicklung des Stromnetzes thematisiert. Matthias Hahner berichtete, dass OsthessenNetz derzeit sechs neue Transformatoren in ihre Umspannwerke integriert. Damit reagiert die RhönEnergie Gruppe auf die wachsenden Mengen an grünem Strom, der in der Region in die Netze eingespeist wird.
Die Entwicklung steht im Zusammenhang mit dem zunehmenden Ausbau erneuerbarer Energien. Gleichzeitig bereitet sich die RhönEnergie Gruppe darauf vor, dass der Stromverbrauch durch den sinkenden Verbrauch fossiler Energien steigen wird. Wenn beispielsweise fossile Energieträger in weiteren Bereichen durch elektrische Anwendungen ersetzt werden, verändert sich auch die Belastung der Stromnetze. Die Netzinfrastruktur muss daher nicht nur die Einspeisung zusätzlichen Stroms bewältigen, sondern sich zugleich auf veränderte Verbrauchsmuster einstellen.
Hahner berichtete außerdem, dass die Ausfallzeiten des ON-Netzes derzeit so gering seien wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Die Entwicklung beschreibt einen weiteren Aspekt der Versorgungssicherheit im regionalen Netzgebiet. Während bei der Wasserversorgung die Folgen von Trockenheit und veränderten Niederschlagsmustern im Mittelpunkt standen, geht es beim Stromnetz um die Anpassung an neue Anforderungen durch die Energiewende und die Sicherung einer stabilen Versorgung.
Beide Bereiche zeigen, dass Infrastruktur dauerhaft weiterentwickelt werden muss. Die Anforderungen an Versorgungsnetze verändern sich, während gleichzeitig die Zuverlässigkeit des laufenden Betriebs gewährleistet bleiben soll. Investitionen, fachliche Kompetenz und eine vorausschauende Planung sind dabei zentrale Voraussetzungen.
Kommunaler Beirat soll Austausch fortsetzen
Der Kommunale Beirat soll auch künftig als Plattform für den regelmäßigen Austausch zwischen den Kommunen und der RhönEnergie Gruppe dienen. Ziel ist es, die regionale Zusammenarbeit weiter zu vertiefen und die Wasserversorgung auch unter schwierigeren klimatischen Bedingungen zuverlässig zu halten.
Die Diskussion über Trockenheit und Wasserversorgung macht deutlich, dass Vorsorge nicht erst dann beginnen kann, wenn sich Engpässe bereits abzeichnen. Die langfristige Entwicklung der Wasserressourcen, die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur und die personellen Möglichkeiten der Betreiber müssen frühzeitig berücksichtigt werden. Dabei kommt es auf belastbare Informationen und konkrete Maßnahmen an. Nur wenn die Beteiligten wissen, wo Risiken entstehen und welche Unterstützung benötigt wird, lässt sich die Zusammenarbeit in der Praxis wirksam gestalten.
Für die Kommunen im Versorgungsgebiet der RhönEnergie bleibt damit eine gemeinsame Aufgabe: Die Wasserversorgung muss sich auf veränderte klimatische Bedingungen einstellen, ohne die Zuverlässigkeit der bestehenden Systeme aus dem Blick zu verlieren. Der regelmäßige Austausch im Kommunalen Beirat soll dafür eine Grundlage schaffen. Ob daraus dauerhaft tragfähige Lösungen entstehen, wird davon abhängen, wie konsequent die Zusammenarbeit in konkrete Planungen, Investitionen und Vorsorgemaßnahmen überführt wird.
Die Botschaft des Treffens ist damit klar: Eine sichere Wasserversorgung braucht nicht nur ausreichende Ressourcen und funktionierende Technik. Sie erfordert auch vorausschauendes Handeln, verantwortungsbewussten Wasserverbrauch und verlässliche Partnerschaften zwischen den Kommunen und den Versorgungsunternehmen. +++














