72.600 Euro für die Feuerwehr Dipperz: Neues HLF 10 stärkt den Einsatzschutz in Friesenhausen-Dörmbach

Innenminister Roman Poseck gemeinsam mit Bürgermeister Klaus-Dieter Vogler und Gemeindebrandinspektor Martin Rühl. Foto: HMdI / Frank Zinn

Anlässlich der Respektwoche der Gemeinde Dipperz hat Hessens Innenminister Roman Poseck der Gemeinde einen Zuwendungsbescheid über 72.600 Euro für die Beschaffung eines neuen Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeugs HLF 10 übergeben. Der Termin fand im Rahmen des Jubiläumsfestes der Freiwilligen Feuerwehr Friesenhausen-Dörmbach statt, die in diesem Jahr auf ihr 90-jähriges Bestehen zurückblickt. Gleichzeitig feiern die Jugendfeuerwehr ihr 15-jähriges und die Kinderfeuerwehr ihr zehnjähriges Bestehen. Das neue Einsatzfahrzeug ersetzt ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 aus dem Jahr 1997.

Die Übergabe des Förderbescheids verbindet damit zwei Entwicklungen, die für die Zukunft des Brandschutzes in den Kommunen von zentraler Bedeutung sind: die notwendige Modernisierung der technischen Ausstattung und die langfristige Sicherung des ehrenamtlichen Engagements. Während das bisherige Fahrzeug fast drei Jahrzehnte im Dienst stand, wächst mit dem neuen HLF 10 die Möglichkeit, unterschiedliche Einsatzlagen mit moderner Technik zu bewältigen. Die Feuerwehr bleibt dabei auf Menschen angewiesen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen – unabhängig davon, ob ein Einsatz am Tag, in der Nacht oder bei schwierigen Wetterbedingungen erforderlich wird.

Innenminister Roman Poseck würdigte bei der Übergabe die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren für die Sicherheit in Hessen. „Die Freiwillige Feuerwehr ist das Rückgrat des Brandschutzes in Hessen“, betonte Poseck. Wenn es brenne, Menschen nach einem Verkehrsunfall eingeklemmt seien oder ein Unwetter ganze Ortschaften treffe, seien es die Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner aus der unmittelbaren Nachbarschaft, die als Erste zur Stelle seien. Dieses Engagement verdiene den größten Respekt und eine verlässliche Unterstützung.

Mit dem Zuwendungsbescheid über 72.600 Euro werde die Gemeinde Dipperz in die Lage versetzt, ein neues Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug anzuschaffen, erklärte der Innenminister. Das bisherige Fahrzeug stehe seit 1997 im Dienst und habe seine Aufgabe über fast drei Jahrzehnte erfüllt. Das HLF 10 ermögliche den Einsatzkräften, Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung mit einem modernen Fahrzeug zu verbinden und damit den heutigen Anforderungen gerecht zu werden.

Die Feuerwehr Friesenhausen-Dörmbach blickt unterdessen auf eine Geschichte zurück, die weit über die technische Ausstattung hinausgeht. Seit 90 Jahren ist die Wehr Bestandteil des örtlichen Gemeinschaftslebens. Ein solches Jubiläum steht für Jahrzehnte der Nachbarschaftshilfe, der Verlässlichkeit und des ehrenamtlichen Dienstes. Es setzt voraus, dass über Generationen hinweg Menschen bereit waren und sind, Verantwortung für andere zu übernehmen. Die Einsatzbereitschaft einer Freiwilligen Feuerwehr entsteht nicht allein durch Fahrzeuge und Geräte, sondern vor allem durch die Menschen, die sich für diese Aufgabe engagieren.

Gerade deshalb kommt der Nachwuchsarbeit eine besondere Bedeutung zu. Die Jugendfeuerwehr Friesenhausen-Dörmbach besteht seit 15 Jahren, die Kinderfeuerwehr seit zehn Jahren. Beide Einrichtungen leisten einen Beitrag dazu, junge Menschen frühzeitig an die Feuerwehr heranzuführen und sie für das Ehrenamt zu begeistern. In der Gemeinde Dipperz gehören den drei Jugendfeuerwehren insgesamt 70 Mitglieder und den beiden Kinderfeuerwehren 41 Mitglieder an. Diese Zahlen bilden eine Grundlage für die weitere Entwicklung der Feuerwehren und zeigen, dass die Nachwuchsarbeit einen festen Platz in der örtlichen Feuerwehrstruktur einnimmt.

Wie groß die Verantwortung der Einsatzkräfte bereits heute ist, verdeutlichen die Zahlen der Dipperzer Wehren. In den vier Ortsteilfeuerwehren sind 128 aktive Einsatzkräfte tätig. Im vergangenen Jahr arbeiteten sie 55 Einsätze ab und leisteten dabei mehr als 3.700 Personalstunden. Diese Arbeit erfolgt ehrenamtlich und damit neben den beruflichen Verpflichtungen und dem Familienleben. Die Einsatzkräfte müssen jederzeit mit der Möglichkeit rechnen, zu einem Notfall gerufen zu werden. Das gilt ebenso für die Nachtstunden wie für Wochenenden und Feiertage sowie für Einsätze unter schwierigen Wetterbedingungen.

Die Förderung des neuen HLF 10 ist deshalb nicht nur eine Investition in ein Einsatzfahrzeug, sondern auch in die örtliche Gefahrenabwehr. Das Fahrzeug soll die Einsatzmöglichkeiten der Feuerwehr erweitern und die Einsatzkräfte bei der Bewältigung unterschiedlicher Schadenslagen unterstützen. Gerade in Flächengemeinden, in denen längere Anfahrtswege zu Einsatzorten entstehen können, ist ein vielseitig einsetzbares Fahrzeug von besonderem Wert. Es deckt ein breites Einsatzspektrum ab und verbindet die Ausrüstung für die Brandbekämpfung mit den technischen Möglichkeiten zur Rettung und Hilfeleistung.

Die Hessische Landesregierung verwies im Zusammenhang mit der Übergabe auf die gestiegene Bedeutung der Brandschutzförderung. Die Mittel für die Förderung des Brandschutzes seien in den vergangenen Jahren deutlich erhöht worden, damit die Kommunen ihre Feuerwehren modern ausstatten könnten. Poseck dankte den Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehren in Dipperz für ihren Einsatz und sprach den Jubilaren seine Wünsche für ein gelungenes Fest aus.

Das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug HLF 10 ist sowohl für die Brandbekämpfung als auch für die technische Hilfeleistung ausgelegt. Neben der Löschausrüstung führt es hydraulisches Rettungsgerät mit. Damit kann es bei Bränden ebenso eingesetzt werden wie bei Verkehrsunfällen, bei denen beispielsweise Menschen aus beschädigten Fahrzeugen gerettet werden müssen. Die Kombination verschiedener Einsatzmöglichkeiten macht das Fahrzeug zu einem wichtigen Bestandteil der örtlichen Feuerwehrausstattung.

Mit der Ablösung des Löschgruppenfahrzeugs LF 8/6, das 1997 erstmals zugelassen wurde, steht für die Feuerwehr Friesenhausen-Dörmbach ein weiterer Schritt der technischen Erneuerung an. Die Förderung durch das Land Hessen unterstützt die Gemeinde Dipperz bei dieser Anschaffung. Zugleich zeigt das Jubiläum der Feuerwehr, dass die technische Weiterentwicklung und die Pflege des Ehrenamts zusammengehören. Ein modernes Einsatzfahrzeug kann die Arbeit der Feuerwehr erleichtern und ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern. Die Voraussetzung dafür, dass diese Möglichkeiten auch genutzt werden können, bleibt jedoch die Bereitschaft der Einsatzkräfte, sich dauerhaft für den Schutz der Gemeinschaft einzusetzen.

Die 90-jährige Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Friesenhausen-Dörmbach, die Jubiläen von Jugend- und Kinderfeuerwehr sowie die Einsatzbilanz der Dipperzer Wehren machen deutlich, dass Brandschutz vor Ort auf mehreren Säulen beruht: einer verlässlichen technischen Ausstattung, einer tragfähigen Nachwuchsarbeit und dem kontinuierlichen Einsatz ehrenamtlicher Feuerwehrleute. Die Übergabe des Förderbescheids ist damit nicht nur Bestandteil eines Jubiläumsfestes, sondern auch ein Anlass, die Bedeutung dieser Strukturen für die Sicherheit der Gemeinde in den Blick zu nehmen. +++

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