Saisongärten in Maberzell setzen auf Nähe zur Natur

Acker caritas

Es sind oft die einfachen Tätigkeiten, die eine nachhaltige Wirkung entfalten, und doch im Alltag leicht verloren gehen: säen, pflanzen, gießen, ernten. In Fulda-Maberzell wird daraus nun ein Angebot, das mehr sein will als bloße Freizeitbeschäftigung. Der Jugendhilfeverbund St. Elisabeth hat auf seinem Gelände in der Straße Zum Schulzenberg 12 Saisongärten eingerichtet, die Familien aus der Region offenstehen und ihnen die Möglichkeit geben, Natur unmittelbar zu erfahren und zugleich Verantwortung für den eigenen Anbau zu übernehmen.

Die Idee folgt einem Ansatz, der in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen hat. Umwelt- und Klimaschutz erschöpfen sich nicht in abstrakten Zielmarken, sondern verlangen nach konkreten, alltagsnahen Formen der Umsetzung. Genau hier setzt das Projekt an. Familien können Gartenparzellen von 30, 45 oder 60 Quadratmetern bewirtschaften und entscheiden selbst, wie sie die Flächen nutzen. Wasser und Werkzeuge stehen bereit, der Zugang ist bewusst niedrigschwellig gehalten. Der Schritt vom Interesse zur praktischen Tätigkeit soll nicht an organisatorischen Hürden scheitern.

Der Jugendhilfeverbund, getragen vom Caritasverband für die Diözese Fulda, knüpft damit an bestehende Strukturen an. Bereits seit mehreren Jahren engagiert sich die Einrichtung im Umweltbereich, unterhält eine Streuobstwiese, ein Kartoffelfeld und weitere Anbauflächen. Die Saisongärten erweitern dieses Spektrum und fügen eine Komponente hinzu, die stärker auf Eigeninitiative und gemeinschaftliches Handeln zielt. Es ist ein Angebot, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern Erfahrungen ermöglicht, die sich kaum durch theoretische Vermittlung ersetzen lassen.

Bemerkenswert ist dabei die Verbindung von ökologischer Bildung und sozialem Raum. Während die Erwachsenen sich der Gartenarbeit widmen, finden Kinder auf dem Gelände mit Seilbahn und Spielplatz Möglichkeiten, den Ort auf ihre Weise zu erkunden. Das Projekt vermeidet damit die Trennung von Pflicht und Vergnügen und führt beides zusammen. Die gemeinsame Tätigkeit wird zum verbindenden Element, ohne dass sie als Verpflichtung empfunden werden muss.

Auch ökonomische Aspekte spielen eine Rolle, ohne in den Vordergrund zu treten. Selbst angebautes Gemüse verspricht nicht nur Qualität und Frische, sondern kann zugleich die Haushaltskasse entlasten. Dass die Saisongärten im Jahr 2026 kostenfrei zur Verfügung stehen, unterstreicht den Anspruch, möglichst vielen Familien den Zugang zu eröffnen. Es ist ein Signal, das Teilhabe nicht von finanziellen Voraussetzungen abhängig machen will.

Bis zum 15. Mai 2026 können sich Interessierte anmelden und weitere Informationen bei Martin Seifert einholen, erreichbar per E-Mail unter martin.seifert@caritas-fulda.de oder telefonisch unter 0661 9530027. Dass ein solches Projekt gerade im lokalen Rahmen entsteht, verweist auf eine Entwicklung, die jenseits großer Programme stattfindet: Nachhaltigkeit beginnt dort, wo sie konkret wird. Ob daraus mehr erwächst als eine Saison gemeinsamer Gartenarbeit, wird sich zeigen, doch die Voraussetzungen dafür sind geschaffen. +++

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