Fuldaer Handwerk: Leipold übergibt an Henke

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Bei der Staffelstabübergabe (von rechts): der stellvertretende Kreishandwerksmeister Michael Wißler, die langjährige KH-Geschäftsführerin Gabriele Leipold, Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer, der neue KH-Geschäftsführer Lukas Henke und der stellvertretende Kreishandwerksmeister Christoph Abel. Foto: KH

In der Kreishandwerkerschaft Fulda endet eine Ära, die über Jahre hinweg eng mit einem Namen verbunden war. Gabriele Leipold, deren Wirken die Organisation in den vergangenen neun Jahren nachhaltig geprägt hat, zieht sich schrittweise aus der operativen Führung zurück. Die Delegiertenversammlung wählte am Dienstagabend Lukas Henke zu ihrem Nachfolger. Der 31-Jährige hatte bereits seit Januar als stellvertretender Geschäftsführer Verantwortung getragen und übernimmt nun die Leitung vollständig. Leipold selbst begründet den Schritt mit dem richtigen Zeitpunkt, die Verantwortung an eine jüngere Generation zu übergeben, die eigene Akzente setzen werde.

Leipolds beruflicher Weg ist eng mit der Region verbunden. Geboren am 31. Mai 1960 in Fulda, legte sie 1979 an der Marienschule ihr Abitur ab und studierte anschließend Betriebswirtschaftslehre an der Fachhochschule Fulda, wo sie 1985 als Diplom-Betriebswirtin abschloss. Es folgten erste berufliche Stationen in der Unternehmensberatung, ehe sie 1987 beim Fleischerverband Hessen die betriebswirtschaftliche Beratung übernahm. Nach einer Familienphase mit drei Kindern kehrte sie 2010 in den Beruf zurück und arbeitete bei der Handwerkskammer Kassel. Ihr Wechsel zur Kreishandwerkerschaft Fulda im Jahr 2017 markierte den Beginn jener Phase, die sie später zur prägenden Figur der Organisation werden ließ.

Zunächst als stellvertretende Geschäftsführerin tätig, übernahm Leipold nach dem Ausscheiden ihres Vorgängers im Sommer 2019 kommissarisch die Leitung, bevor sie im Dezember desselben Jahres offiziell zur Geschäftsführerin gewählt wurde. Parallel dazu verantwortete sie seit 2019 den Trägerverein für die Stufenausbildung der Bauwirtschaft, der 2024 in die BBO Fulda Bildungszentrum Bau Osthessen gGmbH überführt wurde.

In ihrer Amtszeit setzte Leipold vor allem auf Sichtbarkeit und Vernetzung. Sie trieb die Modernisierung interner Strukturen ebenso voran wie die Außendarstellung des Handwerks in der Region. Mit Formaten wie „Handwerk.Lokal.Erleben“ gelang es, das Handwerk in die Innenstadt zu tragen und ein breites Publikum anzusprechen. Tausende Besucher nutzten die Veranstaltungen, die das Handwerk als lebendige und zukunftsfähige Branche präsentierten. Zugleich engagierte sich Leipold für die Gewinnung von Fachkräften und den Nachwuchs, setzte auf Kooperationen mit Schulen und Kommunen und stärkte die Serviceorientierung der Kreishandwerkerschaft.

Kreishandwerksmeister Thorsten Krämer würdigt die Zusammenarbeit als eng und verlässlich. Beide traten nahezu zeitgleich ihre Ämter an und hätten, so Krämer, „Seite an Seite“ gearbeitet. Leipolds Engagement habe maßgeblich dazu beigetragen, Projekte wie „Handwerk.Lokal.Erleben“ zu einem Erfolg zu machen. Über Jahre hinweg sei sie nicht nur das Gesicht der Kreishandwerkerschaft gewesen, sondern auch eine prägende Stimme des regionalen Handwerks.

Auch Michael Wißler, stellvertretender Kreishandwerksmeister und Beiratsvorsitzender der BBO Fulda gGmbH, hebt Leipolds Rolle hervor. Sie habe die Organisation in einer Phase übernommen, die von strukturellen Herausforderungen geprägt gewesen sei, und diese neu geordnet. Ihr Arbeitsstil sei von hoher Einsatzbereitschaft und persönlicher Nähe zu den Innungsbetrieben geprägt gewesen. Die Zusammenarbeit beschreibt Wißler als vertrauensvoll und von gegenseitigem Respekt getragen.

Ganz verabschiedet sich Leipold indes nicht. Bis zum Jahresende bleibt sie der Kreishandwerkerschaft als Senior-Koordinatorin für besondere Aufgaben erhalten und führt weiterhin die Geschäfte der BBO Fulda Bildungszentrum Bau Osthessen gGmbH. Damit begleitet sie auch die laufenden Modernisierungsprozesse in der beruflichen Bildung.

Mit Lukas Henke übernimmt nun ein Vertreter der jüngeren Generation die Verantwortung. Der neue Geschäftsführer bringt Erfahrungen aus der Verbandsarbeit mit, zuletzt beim Landesinnungsverband des Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerks Hessen sowie beim Bundesverband Deutscher Steinmetze. Henke, der in Bad Salzschlirf lebt, verheiratet ist und zwei Kinder hat, kündigte an, die Arbeit seiner Vorgängerin fortzuführen und weiterzuentwickeln. Die Kreishandwerkerschaft steht damit vor einem Übergang, der Kontinuität und Veränderung zugleich verspricht. +++

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