Nachhaltigkeit entfaltet ihre Wirkung selten im Abstrakten, sondern dort, wo konkrete Projekte beginnen und sichtbar werden. Die RhönEnergie Gruppe knüpft daran an und schreibt ihren Nachhaltigkeitspreis zum dritten Mal aus. Was zunächst wie ein weiteres Förderinstrument erscheint, zielt in seiner Anlage auf eine breitere Bewegung: Projekte aus der Region sollen nicht nur unterstützt, sondern auch öffentlich gemacht werden, um ihre Wirkung über den unmittelbaren Anlass hinaus zu entfalten.
Bewerben können sich ab sofort Gruppen und Vereine, Kitas und Schulen, Ortsvereine von Verbänden sowie Einzelpersonen aus dem Netzgebiet des Unternehmens. Im Mittelpunkt stehen Vorhaben, die bereits umgesetzt werden oder abgeschlossen sind und deren Wirkung sich schon zeigt. Die Spannbreite reicht von Klimaschutz und Naturschutz bis hin zu Energiesparen und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. Damit wird ein Feld abgedeckt, das in der öffentlichen Debatte oft groß verhandelt wird, dessen konkrete Ausgestaltung jedoch von lokalen Initiativen abhängt.
Die RhönEnergie Gruppe positioniert sich dabei nicht nur als Förderer, sondern auch als Akteur. Als einer der größeren Energieversorger in Hessen verfolgt das Unternehmen seit Jahren eine Strategie, die Nachhaltigkeit stärker in den Mittelpunkt rückt. Der Preis ist Teil dieser Entwicklung, zugleich aber auch ein Mittel, Engagement außerhalb der eigenen Strukturen sichtbar zu machen. Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung, verweist auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre, in denen die Resonanz mit mehr als 20 Bewerbungen allein im Vorjahr beachtlich ausfiel. Darin zeigt sich, dass das Thema längst in der Region verankert ist, wenn auch in unterschiedlichen Formen und Maßstäben.
Das Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro ist gestaffelt und verteilt sich auf drei Plätze. Neben der finanziellen Anerkennung spielt die öffentliche Darstellung der ausgezeichneten Projekte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die RhönEnergie kündigt an, die Preisträger über verschiedene Kanäle vorzustellen und damit eine Reichweite zu schaffen, die über die eigentliche Förderung hinausgeht. Gerade in einem Feld, das von Nachahmung und Austausch lebt, kann diese Sichtbarkeit entscheidend sein.
Teilnahmeberechtigt sind Projekte, die im Jahr 2025 oder 2026 abgeschlossen wurden oder sich noch in der Umsetzung befinden. Unternehmen sind von der Bewerbung ausgeschlossen, was den Charakter des Preises als Auszeichnung zivilgesellschaftlichen Engagements unterstreicht. Die Auswahl trifft eine unabhängige Jury, die Kriterien wie Umweltauswirkungen, Innovationsgrad, Qualität der Umsetzung und Vorbildcharakter berücksichtigt. Dass die Preisträger der vergangenen Jahre in eigens produzierten Videos vorgestellt werden, verweist darauf, dass der Preis auch als Erzählformat gedacht ist, das Beispiele liefert und Orientierung bietet.
Parallel dazu verfolgt das Unternehmen eigene Investitionspläne. Bis 2030 sollen jeweils rund 100 Millionen Euro in den Ausbau von Solar- und Windenergie sowie in die Stromnetze fließen, um die Versorgung mit erneuerbaren Energien zu sichern. Bereits heute stammt etwa die Hälfte des gelieferten Stroms aus entsprechenden Quellen. Diese Zahlen geben dem Preis einen Kontext, der über symbolische Anerkennung hinausweist und die Verbindung von unternehmerischer Strategie und regionalem Engagement sichtbar macht.
Bewerbungen sind bis zum 22. Juni möglich. Ob der Preis erneut eine ähnliche Resonanz erfährt wie in den Vorjahren, wird auch davon abhängen, ob es gelingt, die vielen kleineren Initiativen zu erreichen, die oft im Verborgenen arbeiten. Gerade dort jedoch entscheidet sich, ob Nachhaltigkeit mehr ist als ein Ziel – nämlich eine Praxis, die vor Ort getragen wird. +++














