Partnerschaftliche Kirmes: Rasdorfer pflegen 36 Jahre gelebte Freundschaft mit Südungarn

Kirmes nimisch

Die langjährige Partnerschaft zwischen der Point-Alpha-Gemeinde Rasdorf und der südungarischen Partnergemeinde Nimmesch/Himesháza stand erneut im Zeichen gemeinsamer Begegnungen und gelebter Traditionen. Im Mittelpunkt des Besuchs der Bürgerinnen und Bürger aus Rasdorf standen die Feier einer gemeinsamen Kirmes, der Besuch des ungarndeutschen Dorfes Feked sowie das 2. Stiffoller Treffen. Mit der Gründung der Partnerschaft im Jahr 1989 in Rasdorf und 1990 in Nimmesch/Himesháza schufen der Heimat- und Kulturverein Rasdorf unter Vorsitz von Karl Hohmann, die Point-Alpha-Gemeinde mit Bürgermeister Jürgen Hahn sowie der Verein Völkerfreundschaft Nimmesch/Himesháza unter Vorsitz von Szilvia Göndöcs-Acél eine Verbindung, die bis heute durch regelmäßige gegenseitige Besuche in der Baranya/Braunau und im Hessischen Kegelspiel lebendig gehalten wird.

Sechsunddreißig Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Rasdorf, darunter 13 Kirmesmädchen und Kirmesburschen, waren während ihres Aufenthalts in Gastfamilien untergebracht. Sie erlebten hautnah, welche Bräuche und Traditionen ihre Vorfahren vor rund 300 Jahren aus dem Hochstift Fulda in ihre neue Heimat mitgebracht hatten und die dort bis heute gepflegt werden. In der deutschen Sprache der Stiffoller finden sich ebenso Begriffe wieder wie Familiennamen, die auch Orten wie Rasdorf zugeordnet werden können. Zur gemeinsamen Kultur gehört seit jeher die Feier der Kirmes mit dem Tanz unter dem Kirmesbaum. Bereits am Tag der Ankunft schmückten und stellten die Kirmesburschen und Kirmesmädchen aus Nimmesch und Rasdorf gemeinsam den Kirmesbaum auf. Höhepunkt der Festtage war zwei Tage später der traditionelle Umzug durch das Dorf mit anschließendem Kirmestanz, bei dem Polka und Walzer aufgeführt wurden. Bereits am Vormittag hatten die Jugendlichen aus beiden Gemeinden gemeinsam den für das Fest typischen Strudel zubereitet. Aus hauchdünnem Teig, gefüllt mit Mohn, Schmand, Kirschen oder geriebenen Äpfeln, entstand die traditionelle Spezialität, die anschließend unter den Gästen verteilt wurde.

Auch kulturelle Einblicke prägten das Programm. Während die Erwachsenen das ungarndeutsche Dorf Feked besuchten und erfuhren, wie die Stiffoller aus dem heutigen südlichen Landkreis Fulda das zu Beginn des 18. Jahrhunderts verwüstete Land besiedelten und urbar machten, erkundeten die Jugendlichen die Hauptstadt der Baranya, Pécs, das deutsche Fünfkirchen. Da die Region rund um Nimmesch vom Weinbau geprägt ist, gehörte auch der Besuch mehrerer Presshäuser mit ihren tief in die Erde gebauten Weinkellern einschließlich einer Weinverkostung zum Programm.

Ein weiterer Höhepunkt war das 2. Stiffoller Treffen. In ihrer Einführung betonte die Nimmescherin Henriette Hohmann, dass die Veranstaltung die Nachkommen ungarndeutscher Familien zusammenführe, deren Wurzeln in der Umgebung der Abtei Fulda liegen. Kulturgruppen präsentierten mit Musik, Tänzen, Gesang und Mundart die Vielfalt der überlieferten Kultur und Traditionen. Szilvia Göndöcs-Acél hob hervor, dieses kulturelle Erbe sei der Kompass, um die Traditionen lebendig zu halten und mit Stolz an die kommenden Generationen weiterzugeben. Mit dem Besuch der Rasdorfer schließe sich ein Kreis, der als Brücke der Freundschaft bezeichnet werden könne.

Bürgermeister Péter Pataki begrüßte die zahlreichen Gäste aus verschiedenen ungarndeutschen Gemeinden in deutscher und ungarischer Sprache. Besonders hieß er die Besucherinnen und Besucher aus Rasdorf, Setzelbach und Grüsselbach willkommen. Ihnen dankte er dafür, mit ihrem Besuch eine Brücke über 300 Jahre gemeinsamer Geschichte zu schlagen. Für ihr herausragendes Engagement bei der Pflege des Stiffoller Brauchtums und der Partnerschaft verlieh er Anikó Kramm-Mezei die Ehrenbürgerwürde.

Rasdorfs Bürgermeister Jürgen Hahn zeigte sich erfreut darüber, dass es seit der Gründung der Partnerschaft gelungen sei, trotz einer Entfernung von rund 1140 Kilometern durch regelmäßige gegenseitige Besuche eine enge Verbindung aufrechtzuerhalten. Darüber hinaus seien zahlreiche persönliche Freundschaften zwischen Rasdorfern und Nimmeschern entstanden, die weit über die offiziellen Partnerschaftstreffen hinaus gepflegt würden, etwa durch gegenseitige Besuche bei Hochzeiten oder gemeinsame Urlaube. Als nächste gemeinsame Aufgabe nannte Hahn die Planung des 30-jährigen Jubiläums der Partnerschaft. +++ red.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ohr5euro

Fdi md1

Banner 1 336 m