Im historischen Ambiente des Stadtschlosses haben die Fuldaer Grünen ihre neue Fraktionsführung vorgestellt – und dabei den Anspruch formuliert, die kommenden Jahre der Stadtpolitik aktiv mitzugestalten. Künftig führen Marie-Louise Puls und Carl Vogel gemeinsam die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Puls, bislang stellvertretende Fraktionsvorsitzende, hatte den Vorsitz bereits Anfang April übernommen. Nun wählten die Grünen Carl Vogel einstimmig zu ihrem Stellvertreter. Beide Personalentscheidungen fielen ohne Gegenstimme aus.
Die neue Doppelspitze setzt dabei erkennbar auf Zusammenarbeit statt Konfrontation. Besonders die Kooperation mit CDU und 3FFF sehen Puls und Vogel als entscheidend für die politische Arbeit im Stadtparlament. „Wir wollen konstruktiv zusammenarbeiten, aber auch grüne Schwerpunkte in die Stadtpolitik einbringen“, sagt Marie-Louise Puls. Hinter diesem Satz steht der Versuch, den eigenen politischen Kurs sichtbar zu halten und zugleich tragfähige Mehrheiten zu sichern.
Für Puls eint die drei Fraktionen vor allem der Blick auf die wirtschaftliche Situation der Stadt. Fulda müsse sich zukunftsfähig aufstellen, sagt sie, auch wenn die Wege dorthin nicht immer identisch seien. Gerade darin liege aber die Chance, unterschiedliche Ansätze im Dialog zusammenzuführen und daraus tragfähige Lösungen zu entwickeln.
Die Grünen verbinden wirtschaftliche Entwicklung dabei ausdrücklich mit Fragen der Lebensqualität. Beispielhaft nennen sie große Entwicklungsflächen wie das sogenannte Gummigelände. Dort setzen sie sich für Mischnutzungen ein, die Wohnen, Arbeiten und Aufenthaltsqualität miteinander verbinden sollen. Klimaschutz und Klimaanpassung müssten nach ihrer Vorstellung bereits zu Beginn jeder Planung mitgedacht werden. Carl Vogel beschreibt diesen Ansatz als moderne Stadtentwicklung, die klimaresiliente Planung und Attraktivität für alle zusammenbringen soll. Wirtschaftliche Stärke und Lebensqualität seien für die Grünen keine Gegensätze.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Fuldaer Innenstadt. Die Fraktion spricht sich für bessere Bedingungen für Radfahrer, Fußgänger und den Busverkehr aus. Hinzu kommen Forderungen nach mehr Begrünung versiegelter Flächen, Maßnahmen gegen innerstädtische Hitzeinseln und Strategien gegen Leerstand. Puls warnt davor, Städte sich selbst zu überlassen. Eine lebendige Innenstadt entstehe nur im Zusammenspiel vieler Akteure – von Handel und Gastronomie über Eigentümer bis zu den Menschen, die täglich durch Fulda unterwegs sind.
Unterstützung erhält die neue Führung auch aus den eigenen Reihen. Ernst Sporer, ehemaliger Fraktionsvorsitzender und inzwischen zum stellvertretenden Stadtverordnetenvorsteher gewählt, sieht in Puls und Vogel eine Kombination, die unterschiedliche Perspektiven zusammenführt. Beide stünden für eine moderne und dialogorientierte Kommunalpolitik, sagt Sporer, zugleich aber auch für pragmatische Lösungen und klare politische Haltung. +++ red.














