500 Schafe und 60 Ziegen zurück am Hünfelder Weinberg: Beweidung sichert seltene Artenvielfalt

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Foto: privat

Wenn sich am Hünfelder Weinberg eine große Herde aus Schafen, Ziegen und zwei Eseln langsam über die Hänge bewegt, dann ist das längst mehr als ein vertrautes Bild zum Beginn der Weidesaison. Es ist gelebter Naturschutz mitten im Biosphärenreservat Rhön. Seit Sonntag grasen dort wieder rund 500 Schafe, 60 Ziegen und zwei Esel der „Schäferei mit Herz“ aus Leimbach. Bereits zum elften Mal ziehen die Tiere auf den Weinberg, wo sie bis zum Ende der Saison bleiben werden.

Zum offiziellen Weideauftrieb begrüßte Schäfer Elmar Spies zahlreiche Besucher auf dem Gelände des Naturschutzgebietes. Der Weinberg gilt als einer der bedeutendsten Magerrasen im gesamten Biosphärenreservat. Hier wachsen seltene Pflanzenarten wie Silber- und Rhöndistel, zugleich bietet das Gebiet zahlreichen Tag- und Nachtfaltern einen geschützten Lebensraum.

Bürgermeister Benjamin Tschesnok dankte der Schäferei aus Leimbach für ihren langjährigen Einsatz. Der Weideauftrieb sei eine besondere Gelegenheit, den Menschen die Bedeutung des Weinbergs und seine hohe Biodiversität näherzubringen. Vor allem die natürliche Beweidung durch Schafe, Ziegen und Esel trage entscheidend dazu bei, die wertvollen Kalkmagerrasen als Teil des Naturschutzgebietes zu erhalten.

Auch Elmar Herget vom Biosphärenreservat Rhön sprach von einem Kleinod direkt vor den Toren der Stadt. Der Weinberg beherberge zahlreiche Orchideenarten und seltene Schmetterlinge. Gerade die extensive und natürliche Beweidung sichere die Artenvielfalt und bewahre die besondere Landschaft dauerhaft.

Einen weiteren Blick auf die Bedeutung der Schäferei warf Sarah Spies in einem kurzen Vortrag zum Hirtenjahr 2026. Sie erinnerte daran, welche zentrale Rolle Schäferinnen und Schäfer weltweit für den Erhalt von Kulturlandschaften, für Biodiversität und für einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen spielen.

Im Anschluss segnete Gemeindereferentin Elke Jost die Tiere auf dem Weinberg. Außerdem konnten Besucher an einer Orchideenwanderung mit Manfred Bender und Anni Bender teilnehmen.

Bis etwa September, abhängig von der Wetterlage, wird die Herde nun auf dem Weinberg leben. Nachts werden die Tiere eingezäunt. +++ red.

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