Der Verein Fulda stellt sich quer startet eine umfangreiche Kampagne zur Unterstützung eines Verbotsverfahrens gegen die AfD. Nach Angaben des Vereins wurden im Landkreis Fulda bereits fast 4.600 Unterschriften für die Einleitung eines solchen Verfahrens gesammelt. Die Initiative wertet dies als deutliches Zeichen dafür, dass sich viele Menschen aktiv für Demokratie, Menschenrechte und den Schutz der freiheitlich-demokratischen Grundordnung einsetzen wollen.
Auslöser für die Ausweitung der Kampagne ist die Veröffentlichung des aktuellen Rechtsgutachtens der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Auf dieser Grundlage will der Verein die öffentliche Debatte über ein mögliches AfD-Verbotsverfahren weiter intensivieren und verschiedene Informations- und Beteiligungsformate anbieten.
Den Auftakt bildet am 15. August 2026 ein nach Angaben der Veranstalter deutschlandweit einmaliger Lesemarathon auf dem Universitätsplatz in Fulda. Von 9 bis 20 Uhr werden mehr als 300 Menschen markante Passagen aus dem Rechtsgutachten der Gesellschaft für Freiheitsrechte vorlesen. An der Veranstaltung beteiligen sich Vertreterinnen und Vertreter von Vereinen, Organisationen und Parteien sowie zahlreiche engagierte Einzelpersonen. Die Lesung soll ohne Unterbrechung stattfinden und live über YouTube, Facebook und Instagram übertragen werden.
Darüber hinaus ist vorgesehen, stündlich eine prominente Persönlichkeit zuzuschalten, die sich öffentlich für die Prüfung beziehungsweise Einleitung eines AfD-Verbotsverfahrens ausspricht. Mit der ganztägigen Dauerlesung, der Vielzahl der Mitwirkenden und der digitalen Live-Übertragung handelt es sich nach Angaben der Veranstalter um die erste Veranstaltung dieser Art in Deutschland.
„Die Resonanz und die Unterstützung sind riesig. Dass sich mehr als 300 Menschen aktiv an der Veranstaltung beteiligen wollen und wir bereits fast 4.600 Unterschriften im Landkreis Fulda gesammelt haben, zeigt, wie groß die Sorge um unsere Demokratie ist“, erklärt Andreas Goerke, Vorsitzender des Vereins Fulda stellt sich quer.
Begleitet wird der Lesemarathon von zwei Informationsständen auf dem Universitätsplatz. Dort können sich Besucherinnen und Besucher über das Rechtsgutachten, die rechtlichen Voraussetzungen eines Parteiverbots sowie über die laufende Unterschriftenkampagne informieren.
Bis zum Auftakt der Kampagne am 15. August möchte der Verein die Marke von 5.000 Unterschriften erreichen.
„Ein Parteiverbot ist das schärfste Mittel einer wehrhaften Demokratie und darf deshalb nicht leichtfertig gefordert werden. Gleichzeitig darf eine Demokratie nicht tatenlos zusehen, wenn eine Partei Menschen gegeneinander ausspielt, die Menschenwürde infrage stellt und demokratische Institutionen systematisch angreift. Deshalb fordern wir eine ernsthafte rechtliche Prüfung und die Einleitung eines Verbotsverfahrens. Es geht dabei nicht um die Unterdrückung politischer Meinungen, sondern um den Schutz unserer Verfassung, unserer Grundrechte und unserer demokratischen Gesellschaft“, so Goerke.
Ein weiterer Schwerpunkt der Kampagne ist das für den 4. Dezember 2026 angekündigte Indoor-Festival „AfD-Verbot jetzt!“. Erste Bands haben ihre Teilnahme bereits zugesagt. Die Namen der Künstlerinnen und Künstler sollen im Rahmen des Lesemarathons am 15. August bekannt gegeben werden.
Darüber hinaus plant der Verein weitere Aktivitäten. Vorgesehen ist unter anderem eine Aufklärungs- und Informationskampagne für Schülerinnen, Schüler und Jugendliche.
„Wir wollen jungen Menschen verständlich vermitteln, welche politischen Ziele die AfD verfolgt und welche Folgen es für Demokratie, gesellschaftlichen Zusammenhalt und Menschenrechte haben kann, wenn diese Partei weiter an Einfluss gewinnt. Demokratie lebt von Information, Beteiligung und Widerspruch gegen Menschenfeindlichkeit“, erklärt Goerke.
Mit der Kampagne möchte Fulda stellt sich quer Menschen aus dem gesamten Landkreis zusammenbringen, die gemeinsam ein Zeichen für Demokratie, Vielfalt und Menschenrechte setzen wollen. Interessierte können sich weiterhin per E-Mail an kontakt@fulda-stellt-sich-quer.de anmelden. +++ red.














