Handwerk, das auf der Zunge zergeht: Eiscafé Monte Carlo präsentiert das „Joseph’s Eis“

Aus einem gemeinsamen Experiment von Mergim Durmishi vom Fuldaer Eiscafé Monte Carlo und Joseph Dehler ist eine ungewöhnliche Eiskreation entstanden. Ursprünglich wollten die beiden lediglich eine neue Sorte entwickeln. Doch schnell entstand die Idee, nicht einfach die 1001. Eissorte auf den Markt zu bringen, sondern Genuss mit einer Botschaft zu verbinden: einer Würdigung des Handwerks.

Dehler entwickelte daraufhin die Idee für eine eigene Eismarke. Auslöser war unter anderem die Diskussion über die zunehmende Akademisierung der Gesellschaft und den gleichzeitig wachsenden Mangel an Mitarbeitern und Nachwuchs im Handwerk. Die Frage lautete schließlich, wie ein Eis aussehen und schmecken könnte, das für Wertschätzung des Handwerks steht.

Aus dem zunächst geplanten „Handwerker-Eis“ wurde schließlich „Joseph’s Eis“. Namensgeber ist der heilige Joseph, der Schutzpatron der Handwerkerinnen und Handwerker, insbesondere der Zimmerleute und Schreiner. Auch eine persönliche Verbindung spielte für Dehler eine Rolle: Sein bereits verstorbener Großvater Bonaventura war dem heiligen Joseph besonders verbunden.

Auch die Rezeptur folgt der Idee. Verwendet werden Dattel, Mandel, Honig, Zimt, Zitrone und Veilchen – Zutaten, die bereits zu Lebzeiten des heiligen Joseph im ersten Jahrhundert eine Rolle gespielt haben sollen. Sie wurden zu einer modernen Eiskreation kombiniert. Auch das Erscheinungsbild greift das Thema auf: Der bärtige heilige Joseph wird als handwerklicher Eismacher dargestellt.

Bis zur fertigen Rezeptur waren mehrere Entwicklungsschritte nötig. Drei Monate lang wurde auf einer kleinen Laboreismaschine gearbeitet, anschließend folgten geheime Tests und die Übertragung auf eine professionelle Eismaschine. Geschmackstests mit Kunden einer befreundeten Eismanufaktur in Karlstadt am Main sowie weitere Versuche im Eislabor des Eiscafés Monte Carlo schlossen sich an.

„Mit dem Joseph’s Eis ist nicht einfach nur ein Werbeslogan oder eine Kampagne für das Handwerk entstanden, sondern eine Eiskreation, die Genuss mit einer gesellschaftlichen Botschaft verbindet“, sagt Mergim Durmishi.

Für Dehler ist die Verbindung zum Handwerk eng mit seinem eigenen beruflichen Weg verbunden. Bereits mit 14 Jahren begann er eine handwerkliche Ausbildung. Als Koch im damaligen Hotel zum Kurfürsten in Fulda und später in der Patisserie der Hotelfachschulen am Tegernsee gehörte die Herstellung von Konditorei-Eis zu seinen bevorzugten Tätigkeiten. Bekannt sein dürfte er zudem aus dem ehemaligen Fuldaer Altstadtcafé MandelRose®, wo er ausgewählte Speiseeissorten entwickelte.

Am 5. September soll „Joseph’s Eis“ erstmals öffentlich vorgestellt und verkostet werden. Durmishi und Dehler hoffen dabei, dass sich auch die Eigenschaften des heiligen Joseph – Zuverlässigkeit, Tatkraft, Bescheidenheit und Bodenständigkeit – in der Kreation wiederfinden. Eine verpackte Variante des Eises wird bereits überlegt und könnte mit einem geeigneten Partnerbetrieb umgesetzt werden.

Zur Präsentation sind auch möglichst viele Menschen mit den Namen Joseph, Josef, Josefa oder Josephine eingeladen. Ebenso willkommen sind Vertreter des Zimmerer- und Schreinerhandwerks. Stadtpfarrer Stefan Buß wird erwartet und soll den Tag mit einigen Worten zum heiligen Joseph einleiten. Die Präsentation soll damit nicht nur ein neues Eis vorstellen, sondern zugleich den Schutzpatron der Handwerker würdigen und die Bedeutung des Handwerks in den Mittelpunkt rücken. +++

Was steckt im Joseph's Eis?
Joseph’s Eis ist eine Hommage an den Heiligen Joseph, den Schutzpatron der Handwerker – einen Zimmermann aus Nazaret in Galiläa. Bis heute steht der Heilige Joseph für Bescheidenheit, Demut und stille Stärke. Diese Werte prägen auch Joseph’s Eis. Als handwerklich komponierte Eisspezialität wird dieses Eis aus hochwertigen Zutaten hergestellt, die bereits den Menschen im ersten Jahrhundert vertraut waren. So verbindet es Handwerk, Tradition und ursprünglichen Genuss zu einem außergewöhnlichen Geschmackserlebnis – ein echtes Handwerker-Eis.

Milch und Sahne gehörten zum einfachen Alltag der Familien in Galiläa. Ziegen, Schafe und Rinder trugen zur täglichen Versorgung bei. In Joseph’s Eis wird die wohlschmeckende und nahrhafte Bio-Milch vom Biohof Vogel aus der Rhöner Kneshecke verarbeitet. Die Dattel zählt zu den ältesten Kulturpflanzen des Vorderen Orients. Sie steht für natürliche Süße und nährende Kraft.

Die Mandel gehört zu den biblischen Bäumen. Der Mandelbaum ist der erste Baum, der nach dem Winter den Frühling ankündigt – und gilt deshalb als Symbol für Wachsamkeit und Hoffnung. Im Joseph’sEis wird die Mandel in einem feinen Mandelkrokant veredelt.

Honig erinnert an die Verheißung Gottes an sein Volk, in einem Land zu leben, „in dem Milch und Honig fließen“. Er verleiht dem Eis eine natürliche Süße sowie eine geschmeidige Cremigkeit.

Der Zimt, einst über die antiken Gewürzstraßen nach Galiläa gelangt, schenkt dem Eis seine warme Würze sowie Tiefe und Harmonie.

Die Zitrone, die auf den Hügeln Galiläas hervorragend gedeiht, bringt Frische und Leichtigkeit in die Komposition.

Das Veilchen gilt seit Jahrhunderten als Blume der Demut und Bescheidenheit und ist zu einem Sinnbild des Heiligen Joseph geworden. Wie das Veilchen still am Wegesrand wächst und seine Schönheit ohne Aufsehen entfaltet, wirkte auch der Heilige Joseph nicht durch Macht oder große Worte, sondern durch tatkräftige Hingabe.

Im Joseph’s Eis kommt das Veilchen in Form eines hausgemachten Veilchensirups zur Geltung.

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