RhönEnergie verlieh Nachhaltigkeitspreis 2026: Vier regionale Projekte ausgezeichnet

Die RhönEnergie hat zum dritten Mal herausragendes Engagement für Nachhaltigkeit in der Region gewürdigt. Im Mittelpunkt der Preisverleihung standen Menschen, die Ideen entwickeln, anpacken und Verantwortung für ihre Umwelt übernehmen. Eine Fachjury zeichnete insgesamt vier Initiativen mit dem RhönEnergie Nachhaltigkeitspreis 2026 aus, die Nachhaltigkeit ganz konkret in die Praxis umsetzen. Den mit 5.000 Euro dotierten ersten Platz belegte das Reparatur-Café Erneuer:Bar des Jugendwerks der AWO Fulda. Der zweite Platz und ein Preisgeld von 3.000 Euro gingen an den Waldkindergarten Rhönwichtel aus Hofbieber. Aufgrund von Punktgleichheit vergab das Gremium den dritten Platz in diesem Jahr zweimal: Jeweils 2.000 Euro erhielten die landwirtschaftliche Initiative „Hammelmöhre“ der Familie Vieth aus Nüsttal-Silges sowie das Naturschutzprojekt „Wilde Weide Hässeler Weiher“ aus Hasselroth.

Martin Heun, Sprecher der Geschäftsführung der RhönEnergie, unterstrich während der Auszeichnung den Stellenwert persönlichen Handelns: „Nachhaltigkeit entsteht nicht allein durch Technik und auch nicht allein durch politische Entscheidungen. Sie entsteht vor allem dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Menschen wie unsere Preisträger.“ Das Unternehmen selbst leiste unter anderem mit Photovoltaikparks, Elektrobussen und der Weiterentwicklung der Energienetze wichtige Beiträge zur nachhaltigen Energieversorgung. Ebenso entscheidend sei es jedoch, das Engagement der Menschen in der Region sichtbar zu machen und zu würdigen: „Wir wollen den Menschen und Ideen, die hinter diesen Projekten stehen, eine Bühne geben, Erfahrungen teilen und neue Verbindungen schaffen.“

Der mit dem Hauptpreis gewürdigte erste Platz ging an das Jugendwerk der AWO Fulda für das Reparatur-Café Erneuer:Bar, das seit zehn Jahren defekten Alltagsgegenständen ein zweites Leben schenkt. Unter dem Leitgedanken des Reparierens statt Wegwerfens engagieren sich 15 Ehrenamtliche, um gemeinsam mit den Besuchern kaputte Gegenstände instand zu setzen, praktisches Wissen zu vermitteln und Ressourcen zu schonen. Bei einer Reparaturquote von 80 Prozent konnten so bereits mehr als 7.000 Gegenstände vor der Vernichtung bewahrt werden.

Den zweiten Platz belegte der Waldkindergarten Rhönwichtel in Hofbieber, der von einer Elterninitiative getragen wird. Die Einrichtung vermittelt den Kindern schon früh einen unmittelbaren Naturbezug, indem die Tage das gesamte Jahr über draußen verbracht werden. Beim Entdecken von Tieren und Pflanzen sowie dem Erleben der Jahreszeiten lernen die Kinder natürliche Kreisläufe kennen. Neben einem Bewusstsein für den Wert der Natur entwickeln sie Selbstständigkeit, Kreativität und ein respektvolles Miteinander, wobei sie ihr Umweltbewusstsein ganz selbstverständlich auch in ihre Familien tragen.

Bei den beiden Drittplatzierten standen innovative Landwirtschaft und praktischer Artenschutz im Fokus. Die Familie Vieth aus Silges verbindet mit ihrer Initiative „Hammelmöhre“ traditionelle landwirtschaftliche Arbeit mit Ansätzen wie Agroforst und Permakultur. Im Mittelpunkt stehen gesunde Böden, natürliche Kreisläufe und der Erhalt der Artenvielfalt. Durch alte regionale Obstsorten, samenfestes Saatgut, torffreie Pflanzenanzucht und das Schaffen neuer Lebensräume für Wildbienen, Amphibien und andere Nützlinge dient die Initiative als Praxisbeispiel für eine zukunftsfähige und klimaangepasste Lebensmittelproduktion.

Ebenfalls mit dem dritten Platz ausgezeichnet wurde das Projekt „Wilde Weide Hässeler Weiher“ aus Hasselroth. Auf rund 23 Hektar im Naturschutzgebiet Hässeler Weiher sorgen Taurusrinder, Konik-Pferde, Ziegen und Wasserbüffel für eine naturnahe Landschaftspflege. Durch die Beweidung entsteht ein Mosaik unterschiedlicher Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Sichtbare Erfolge sind eine Verachtfachung blühender Knabenkräuter sowie die Rückkehr seltener Vogelarten wie Wendehals und Steinkauz als Brutvögel.

Im Rahmen einer begleitenden Podiumsdiskussion erörterten der Erste Kreisbeigeordnete Frederik Schmitt, IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Konow und RhönEnergie-Geschäftsführer Dr. Arnt Meyer die Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung. Dabei wurde deutlich, dass die Anstrengungen für den Klimaschutz unverzichtbar bleiben, zugleich aber neue Akzente und pragmatische Wege gefordert sind. Frederik Schmitt betonte: „Nachhaltigkeit muss selbst nachhaltig sein: Sie muss alltagstauglich, eigenständig tragfähig und pragmatisch umgesetzt werden – statt ideologisch oder moralisch geprägt zu sein. Dafür brauchen wir nicht immer neue Beauftragte oder zusätzliche Strukturen, sondern vor allem praktikable Lösungen, die im Alltag funktionieren und langfristig Wirkung entfalten.“ Michael Konow hob die Bedeutung der Kreislaufwirtschaft für die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Wirtschaft hervor und forderte, diese in Zeiten vielfältiger Herausforderungen durch weniger Bürokratie zu stärken.

Dr. Arnt Meyer verwies auf die drei gleichberechtigten Dimensionen der Nachhaltigkeit: „Nachhaltigkeit bedeutet, Umwelt- und Klimaschutz, wirtschaftlichen Wohlstand und soziale Verantwortung gleichermaßen zu berücksichtigen. Dieses Zusammenspiel ist anspruchsvoll, aber unverzichtbar. Es muss ein zentrales Ziel aller gesellschaftlichen Akteure bleiben.“ Zum Abschluss betonte Meyer die Notwendigkeit von Austausch und Vernetzung: „Der Nachhaltigkeitspreis zeichnet nicht nur einzelne Projekte aus. Er macht sichtbar, dass in unserer Region viele Menschen Verantwortung übernehmen. Die eigentliche Wirkung entsteht, wenn diese Menschen miteinander verbunden bleiben.“ Die RhönEnergie wird den Nachhaltigkeitspreis auch im Jahr 2027 wieder verleihen.  +++

fuldainfo.de

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