US-Zwischenwahlen 2026: Demokraten erobern Senat und Repräsentantenhaus – Trump weist Verantwortung von sich

Bei den Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten haben die Demokraten neben dem Repräsentantenhaus auch die Mehrheit im Senat übernommen. Nach übereinstimmenden Prognosen führender US-Nachrichtensender wie CNN und Foxnews sicherten sich die Demokraten mindestens 51 Sitze in der zweiten Kongresskammer. Vor dem Urnengang kontrollierten die Republikaner den Senat mit 53 zu 47 Mandaten. Die Demokraten benötigten für den Machtwechsel einen Nettogewinn von vier Sitzen, da bei einem Patt von 50 zu 50 Sitzen Vizepräsident JD Vance mit seiner ausschlaggebenden Stimme den Republikanern die Kontrolle gesichert hätte. Laut Hochrechnungen steht auch die Rückeroberung der Mehrheit im Repräsentantenhaus durch das demokratische Lager bereits fest.

Um diesen Wahlsieg zu erringen, setzten sich demokratische Bewerber selbst in traditionell republikanischen Hochburgen durch und entschieden Rennen für sich, die seit Jahrzehnten nicht mehr an die Partei gegangen waren. Dazu gehört der Gewinn eines Senatssitzes in South Carolina, wo Donald Trump bei der Präsidentschaftswahl 2024 noch mit 18 Prozentpunkten Vorsprung gesiegt hatte. In Texas, wo seit 1994 kein demokratischer Kandidat mehr erfolgreich war, gewann James Talarico das Senatsmandat. Auch in Kansas, das seit 1932 keinen demokratischen Senator mehr entsandt hatte, verzeichnete die Partei einen Sieg. Darüber hinaus übernahmen die Demokraten in North Carolina und South Carolina weitere Sitze von den Republikanern. Im Swing-State Pennsylvania gingen ebenfalls mehrere Mandate für das Repräsentantenhaus an die Demokraten, darunter in mindestens drei besonders hart umkämpften Wahlkreisen. Das seit Jahrzehnten von den Republikanern gehaltene Gouverneursamt im Bundesstaat Georgia fiel ebenfalls an die Demokraten.

Die ab Januar greifende demokratische Mehrheit im Kongress dürfte weitreichende Konsequenzen für US-Präsident Donald Trump und seine Regierung haben. Die Demokraten verfügen künftig über die Möglichkeit, Trumps Justiznominierungen sowie Kabinettsbesetzungen zu blockieren, offizielle Untersuchungen einzuleiten, Vorladungen auszustellen und einen Großteil der Gesetzesvorhaben des Präsidenten aufzuhalten. In der Parlamentskammer bahnt sich zudem ein Führungswechsel an: Der langjährige demokratische Fraktionsvorsitzende im Senat, Chuck Schumer, wird voraussichtlich den republikanischen Senator John Thune als Mehrheitsführer ablösen.

Präsident Donald Trump wies in der Nacht die Schuld an der Wahlniederlage der Republikaner von sich. Auf seiner Plattform „Truth Social“ schrieb Trump, er selbst habe nicht auf dem Wahlzettel gestanden, und fügte an, man hätte mit einem Erdrutschsieg gewonnen, falls er zur Wahl gestanden hätte. Kurz zuvor hatte Trump in einer weiteren Wortmeldung seinen vormaligen Haussender Foxnews kritisiert. Dessen Einschaltquoten seien angeblich um fast ein Drittel eingebrochen, weil dort zu viel über die von ihm als „gestört“ bezeichneten Demokraten berichtet worden sei, während seine eigenen Werte besser als jemals zuvor dastünden.

Im Vorfeld der Zwischenwahlen hatte der Präsident versucht, die Erfolgschancen seiner Partei durch eine Neuziehung von Wahlkreisgrenzen in mehreren Bundesstaaten zu verbessern. Zudem versprach er jedem erwachsenen Amerikaner eine Einmalzahlung von 5.000 US-Dollar für den Fall, dass die Republikaner beide Kammern des Kongresses gewinnen würden – ein Projekt mit geschätzten Kosten von rund 1,25 Billionen US-Dollar. Die Midterm-Wahlen 2026 galten allgemein als wichtige Zwischenbilanz der zweiten Amtszeit Trumps. In den vergangenen Monaten hatte sich bei vielen Wählern in den USA Unzufriedenheit gezeigt, die insbesondere auf gestiegene Energiepreise zurückgeführt wurde. +++

fuldainfo.de
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