Wo über Monate hinweg unmittelbar neben der Fulda gebaut wurde, beginnt nun die spektakulärste Phase eines der größten Infrastrukturprojekte in Osthessen. Bei Bad Hersfeld wird eine mehr als 1.000 Tonnen schwere Autobahnbrücke Zentimeter für Zentimeter an ihren endgültigen Platz geschoben. Der aufwendige Verschub gilt als zentraler Meilenstein beim Ausbau der A4 und macht sichtbar, wie weit die Arbeiten inzwischen fortgeschritten sind.
Das neue Brückenbauwerk wiegt rund 1.100 Tonnen und misst etwa 100 Meter in der Länge sowie rund 20 Meter in der Höhe und Breite. Entstanden ist die Stahlkonstruktion nicht direkt über dem Fluss, sondern auf einem eigens eingerichteten Montageplatz östlich der Fulda. Dort wurde sie innerhalb von rund acht Monaten vollständig vormontiert. Seit dem 24. Juni 2026 läuft nun der technisch anspruchsvolle Verschub, bei dem die Brücke millimetergenau in ihre endgültige Position bewegt wird.
Die neue Brücke wird künftig den Verkehr in Fahrtrichtung Erfurt aufnehmen. Vorgesehen sind zwei Fahrstreifen sowie ein Standstreifen. Allein Bau und Verschub des Bauwerks schlagen mit rund 15 Millionen Euro zu Buche.
Der Neubau ist Teil der umfassenden grundhaften Erneuerung der A4 zwischen dem Autobahndreieck Kirchheim und der Anschlussstelle Wildeck/Obersuhl. Im Abschnitt Bad Hersfeld-West werden insgesamt fünf Brücken ersetzt. Darüber hinaus entstehen zusätzliche Fahr- und Standstreifen sowie neue Lärmschutzanlagen. Nach den derzeitigen Planungen soll ein zweites, baugleiches Brückenbauwerk für die Fahrtrichtung Kirchheim im vierten Quartal 2027 ebenfalls per Verschub über die Fulda an seinen endgültigen Standort gebracht werden.
Mit dem erfolgreichen Einschub der ersten Brücke erreicht das Großprojekt einen entscheidenden Abschnitt. Gleichzeitig zeigt der aufwendige Vorgang, wie moderne Brücken heute entstehen: Nicht über dem Fluss, sondern zunächst daneben. Erst wenn das Bauwerk vollständig montiert ist, wird es mit höchster Präzision an seinen endgültigen Platz bewegt – ein Verfahren, das Bauzeit und Eingriffe in die Umgebung deutlich reduziert. Die Gesamtfertigstellung des Ausbauabschnitts der A4 ist derzeit bis zum Jahr 2030 vorgesehen. +++ red.













