Weitere Streiks bei Lufthansa verschärfen Tarifkonflikt

Lufthansa

Unmittelbar nach dem Ende des zweitägigen Pilotenstreiks ist bei der Deutsche Lufthansa AG ein zweitägiger Streik des Kabinenpersonals angelaufen. Nach Angaben der Flugbegleitergewerkschaft Ufo sollen die Arbeitsniederlegungen bis Donnerstag um 23.59 Uhr andauern. Betroffen sind alle Abflüge der Lufthansa von den Flughäfen Frankfurt und München sowie sämtliche Starts der Tochter Lufthansa CityLine von Frankfurt und München sowie von Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, Köln und Stuttgart.

Hintergrund ist die festgefahrene Tarifauseinandersetzung um einen neuen Manteltarifvertrag. Nach Darstellung der Gewerkschaft fehlt es weiterhin an ausreichender Bewegung auf Arbeitgeberseite. Teil der Arbeitskampfmaßnahmen ist auch eine Kundgebung in Frankfurt am Mittwoch, die im Umfeld der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Lufthansa stattfinden soll.

Der Konflikt dürfte sich weiter zuspitzen. Für Donnerstag und Freitag haben die Piloten der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit bereits neue Streiks angekündigt. Betroffen sind neben der Deutschen Lufthansa auch die verbundenen Unternehmen Lufthansa Cargo, Lufthansa CityLine und Eurowings, wobei Eurowings nur am Donnerstag bestreikt werden soll. Flüge in den Nahen Osten bleiben weiterhin ausgenommen.

Nach Angaben der Pilotengewerkschaft beginnt der Ausstand am 16. April um 0.01 Uhr und endet am 17. April um 23.59 Uhr. Bestreikt werden sollen Flüge, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen starten.

Die Gewerkschaft begründet die erneuten Arbeitsniederlegungen mit ausbleibenden Fortschritten in den Tarifverhandlungen. „Die Lage ist unverändert – es gibt keinerlei Bewegung seitens der Arbeitgeber“, sagte der Präsident der Vereinigung Cockpit, Andreas Pinheiro. Weder bei Lufthansa und Lufthansa Cargo liege ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gebe es bei Lufthansa CityLine ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag oder bei Eurowings zur Altersversorgung.

Vor diesem Hintergrund schlägt die Gewerkschaft ein verbindliches Schlichtungsverfahren vor. Ein solches Verfahren könne helfen, die festgefahrenen Tarifkonflikte unter Einbeziehung eines unabhängigen Dritten zu lösen und eine weitere Eskalation zu vermeiden. Man strebe keine machtpolitische Auseinandersetzung an, sondern tragfähige Lösungen, erklärte Pinheiro. Sollte die Arbeitgeberseite darauf eingehen, wolle die Gewerkschaft zeitnah Vorschläge für eine geeignete Schlichtungsperson vorlegen. +++

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