Ein paar Tage mit extrem warmem Wetter reichen offenbar aus, damit die öffentliche Debatte wieder völlig aus dem Ruder läuft. Plötzlich wird alles hervorgeholt, was in den vergangenen Jahren längst in der Schublade verschwunden war. Ein selbst ernannter Topexperte jagt den nächsten, jeder hat eine Erklärung, jeder eine Warnung.
Ja, Temperaturen um die 40 Grad sind ungewöhnlich. Das bestreitet niemand. Aber ungewöhnlich bedeutet nicht automatisch unmöglich. Solche Wetterlagen können auftreten. Trotzdem entsteht derzeit der Eindruck, als müsse jede heiße Woche sofort zur endgültigen Bestätigung aller denkbaren Szenarien erklärt werden. Zwischen berechtigter Einordnung und öffentlicher Dramatisierung scheint der Unterschied dabei immer kleiner zu werden.
Dabei scheint es kaum noch eine Rolle zu spielen, in welche Richtung das Wetter ausschlägt. Wäre es für die Jahreszeit deutlich zu kalt, stünden die Fachexperten ebenso bereit, um die Entwicklung einzuordnen, zu erklären und zu bewerten. Am Ende entsteht der Eindruck, dass nicht das Wetter allein die Schlagzeilen bestimmt, sondern vor allem die ständige Suche nach der nächsten großen Deutung.
Und natürlich dürfen auch die Landwirte in der Berichterstattung nicht fehlen. Mal ist es zu trocken, mal zu nass, mal zu heiß oder zu kalt – ein passendes Wetter scheint es aus ihrer Sicht nie zu geben. So entsteht schnell das Bild, dass unabhängig von der Wetterlage immer dieselben Stimmen mit denselben Warnungen präsent sind. +++ me













Ein Kommentar
Typisch um Panikmache zu machen und zu schüren.
Über die ach so leidenden Bauern verliere ich kein Wort. Nicht umsonst sind diese die Reichsten in den Dörfern geworden, dank der EU.