Im zweiten Quartal 2026 sind in Deutschland nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) rund 243.600 Menschen gestorben. Während sich die Sterbefallzahlen über weite Strecken des Quartals im Bereich der mittleren Werte der vier Vorjahre oder darunter bewegten, kam es während der Hitzewelle Ende Juni zu einem deutlichen Anstieg.
Besonders ausgeprägt war dieser Effekt in der letzten Juniwoche vom 22. bis 28. Juni. In diesem Zeitraum lagen die Sterbefallzahlen zeitgleich mit einer historischen Hitzewelle um 32 Prozent über dem mittleren Wert der Jahre 2022 bis 2025. Nach den vorläufigen Daten starben in dieser Woche rund 23.900 Menschen. Das waren etwa 7.100 Todesfälle mehr als noch zwei Wochen zuvor.
Auch der Blick auf die einzelnen Monate zeigt den Einfluss der hohen Temperaturen. Im April lagen die Sterbefallzahlen fünf Prozent unter dem mittleren Vergleichswert der Jahre 2022 bis 2025, im Mai zwei Prozent darunter. Der von der Hitze geprägte Juni verzeichnete dagegen einen Anstieg um neun Prozent gegenüber dem Durchschnitt der vier Vorjahre. Dass hohe Temperaturen die gesundheitliche Belastung erhöhen und in der Folge auch die Zahl der Sterbefälle zunimmt, ist nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ein bereits aus früheren Sommern bekannter Zusammenhang.
Nicht nur in Deutschland wurden während der Hitzewelle erhöhte Sterblichkeitszahlen registriert. Auch das europäische Netzwerk Euromomo, das Sterblichkeitsentwicklungen länderübergreifend beobachtet, stellte für mehrere Staaten größere Abweichungen von den erwartbaren Entwicklungen fest. Besonders für Frankreich und Belgien wurde in der letzten Juniwoche eine sehr hohe Übersterblichkeit („very high excess“) ausgewiesen. Zahlreiche weitere europäische Länder verzeichneten zumindest eine leichte oder moderate Übersterblichkeit.
Die Einordnung der Daten für die letzte Juniwoche ist nach Angaben von Euromomo derzeit jedoch noch mit Unsicherheiten verbunden. Grundlage der Auswertungen sind Hochrechnungen, die teilweise noch auf unvollständigen Sterbefallmeldungen basieren. Mit der weiteren Vervollständigung der Daten in den kommenden Wochen soll sich das tatsächliche Ausmaß der Auswirkungen der Hitzewelle auf die Sterblichkeit genauer bestimmen lassen. +++ red.













