Die Gemeinde Eichenzell will den Eingangsbereich des Eichenzeller Schlösschens neu gestalten und damit einen seit Jahren bestehenden praktischen Mangel beseitigen. Maßgeblich mit den Stimmen von Bürgerliste und CDU hat die Gemeindevertretung den Weg für die geplante Erweiterung freigemacht. Finanziert werden soll das Vorhaben zu einem großen Teil über das hessische Landesprogramm „Zukunft Innenstadt“. Eine Bewilligung durch das Land steht allerdings noch aus.
Das Förderprogramm ermöglicht einen Zuschuss von 80 Prozent der förderfähigen Ausgaben. Für die Gemeinde ist diese Förderperspektive ein wesentlicher Grund, das Vorhaben trotz der angespannten Haushaltssituation weiterzuverfolgen. Denn die geplante bauliche Veränderung ist nicht billig. Gleichzeitig geht es nicht allein um eine optische Aufwertung des historischen Gebäudes, sondern um einen Zugang, der im Alltag besser funktionieren und dauerhaft nutzbar sein soll.
„Das war keine leichte Entscheidung. Ja, dieser Anbau ist teuer, und gerade in unserer Haushaltssituation muss man eine solche Ausgabe sorgfältig abwägen. Wir bekommen dafür aber eine sinnvolle, moderne Erweiterung, die den Zugang zum Schlösschen dauerhaft verbessert. Dass wir den überwiegenden Teil der Kosten durch Fördermittel abdecken können, war für unsere Zustimmung ausschlaggebend“, erklärt Christoph Jestädt für die Bürgerliste.
Geplant ist ein zeitgemäßer Eingangsbereich, der künftig zugleich mehr Platz für Information und Orientierung bieten soll. Automatische Schiebetüren und ausreichend breite Durchgänge sollen den Zugang für alle Menschen erleichtern. Das betrifft Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator ebenso wie Familien mit Kinderwagen und Menschen, die aufgrund einer vorübergehenden Bewegungseinschränkung auf einen leichter zugänglichen Eingang angewiesen sind. Ziel ist ein einladender und barrierefreier Zugang, den möglichst alle Menschen selbstständig und unkompliziert nutzen können.
Damit verbindet sich mit dem Vorhaben auch eine ganz praktische Frage. Die bisherige Eingangstür hat seit Jahren Probleme verursacht und immer wieder Reparaturen erforderlich gemacht. Mit dem neuen Eingangsbereich sollen diese wiederkehrenden Schwierigkeiten der Vergangenheit angehören. Die Bürgerliste setzt damit nach eigenen Angaben nicht auf eine kurzfristige Reparatur, sondern auf eine dauerhafte Verbesserung des Zugangs.
Dass die Kosten für den geplanten Anbau vergleichsweise hoch ausfallen, begründet die Bürgerliste insbesondere mit den besonderen Anforderungen, die bei einem historischen Gebäude zu berücksichtigen sind. Der Denkmalschutz spielt dabei ebenso eine Rolle wie die aufwendige Gründung und die bauliche Anbindung an das bestehende Gebäude. Ein neuer Eingangsbereich am Eichenzeller Schlösschen lässt sich deshalb nicht ohne Weiteres mit einem gewöhnlichen Eingangsbereich bei einem modernen Neubau vergleichen.
Gerade bei öffentlichen Bauvorhaben stellt sich allerdings regelmäßig die Frage, wie viel eine solche bauliche Verbesserung kosten darf und welchen konkreten Nutzen sie für die Gemeinde bringt. Im Fall des Schlösschens kommt hinzu, dass sich die Gemeinde zwischen dem Erhalt des historischen Charakters und den Anforderungen an eine zeitgemäße Nutzung bewegen muss. Der geplante Eingang soll beides miteinander verbinden.
„Unser Schlösschen ist ein prägendes Gebäude unserer Gemeinde. Es soll seinen historischen Charakter bewahren und zugleich den Menschen im Alltag offenstehen. Ein verlässlicher, barrierefreier Eingang gehört dazu. Mit dieser besonderen Förderchance können wir Denkmalschutz und zeitgemäße Nutzung sinnvoll verbinden und die Belastung für den Gemeindehaushalt deutlich begrenzen“, so Jestädt.
Damit steht das Projekt zunächst vor dem nächsten entscheidenden Schritt: der Bewilligung der beantragten Landesförderung. Erst wenn diese vorliegt, lässt sich abschließend beurteilen, in welchem Umfang die Gemeinde tatsächlich von der vorgesehenen Förderung profitieren kann. Für Eichenzell geht es dabei um mehr als um einen neuen Eingang. Das historische Schlösschen soll seinen Charakter behalten, zugleich aber so zugänglich werden, dass es auch unter heutigen Anforderungen seinen Platz im Gemeindeleben behalten kann. +++














