DFB-Pokal: Schalke und Wolfsburg zittern sich weiter – HSV und Köln ohne große Mühe

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Der DFB-Pokal hat auch in dieser ersten Runde wieder gezeigt, warum Favoriten gegen unterklassige Gegner nicht automatisch einen ruhigen Abend erwarten dürfen. Der FC Schalke 04 setzte sich beim Halleschen FC erst nach Verlängerung mit 5:2 durch, der VfL Wolfsburg musste gegen den Regionalligisten VSG Altglienicke sogar ins Elfmeterschießen. Während der Hamburger SV beim SC Verl mit 3:0 souverän gewann, hatte der 1. FC Köln gegen die Würzburger Kickers deutlich mehr Mühe und drehte einen Rückstand noch in einen 2:1-Sieg.

In Halle schien lange Zeit sogar eine Überraschung möglich. Der Hallesche FC, der in der Regionalliga Nordost spielt, ging kurz vor der Pause in Führung. Vin Kastull brachte die Gastgeber in der 45. Minute nach einer Ecke aus dem Gewühl heraus mit 1:0 nach vorn. Schalke hatte bis dahin zwar mehr individuelle Qualität auf dem Platz, fand gegen den engagierten Auftritt der Hallenser aber zunächst kein Mittel, das Spiel zu seinen Gunsten zu drehen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Schalke den Druck. In der 62. Minute gelang Dejan Ljubicic der Ausgleich. Ein Pass von Adamu auf Aouchiche leitete den Angriff ein, dessen scharfe Hereingabe von Halili unglücklich für Ljubicic aufgelegt wurde. Der Schalker musste aus kurzer Distanz nur noch vollenden.

Die Partie schien anschließend ihren erwartbaren Verlauf zu nehmen. In der 81. Minute erhielt Schalke nach einem Foul an Sylla einen Elfmeter. Edin Dzeko übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher, indem er den Ball zentral unterbrachte, während der Torhüter ins falsche Eck sprang. Schalke führte 2:1 und schien den Widerstand des Regionalligisten gebrochen zu haben.

Doch Halle gab sich nicht geschlagen. In der 91. Minute, bereits in der Nachspielzeit der regulären Spielzeit, erzielte Niclas Stierlin nach einer Ecke den Ausgleich. Aus dem vermeintlich entschiedenen Spiel wurde damit eine Partie, die in die Verlängerung musste.

Dort benötigte Schalke nicht lange, um die Verhältnisse wieder zurechtzurücken. Moussa Sylla brachte die Gäste in der 98. Minute nach einer Hereingabe von El-Faouzi erneut in Führung. In der 105. Minute erhöhte Junior Adamu auf 4:2 und nahm den Hallenser Hoffnungen endgültig die Grundlage. Als Vin Kastull verletzt vom Platz musste und kein Wechsel mehr möglich war, musste Halle die Schlussphase zudem in Unterzahl bestreiten. Schalke nutzte diesen Vorteil konsequent. In der 117. Minute setzte Edin Dzeko mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt zum 5:2.

Die engagierte Leistung des Halleschen FC wurde damit nicht belohnt. Vor allem in der ersten Halbzeit hatte der Regionalligist gut mitgehalten und den Favoriten vor erhebliche Probleme gestellt. Am Ende setzte sich jedoch die größere individuelle Klasse der Schalker durch. Über weite Strecken dominierte der Bundesligist das Spielgeschehen und verdiente sich damit den Einzug in die nächste Runde.

Noch enger wurde es für den VfL Wolfsburg. Der Bundesliga-Absteiger musste bei der VSG Altglienicke aus Berlin, die ebenfalls in der Regionalliga Nordost spielt, bis zum Elfmeterschießen um das Weiterkommen bangen. Nach 90 Minuten stand es 2:2, in der Verlängerung fielen weitere zwei Treffer. Erst nach sieben Runden vom Punkt stand Wolfsburg als Sieger fest. Die „Wölfe“ gewannen das Elfmeterschießen mit 6:5.

Für Wolfsburg begann der Abend denkbar ungünstig. Jonas Nietfeld brachte die Berliner bereits in der sechsten Minute in Führung. Nach einem hohen Pass von Czyborra traf er aus kurzer Distanz. Der Favorit benötigte bis zur zweiten Halbzeit, um zu antworten. Maximilian Arnold erzielte in der 55. Minute den Ausgleich, als sein Schuss aus mehr als 25 Metern im linken Eck einschlug.

Altglienicke ließ sich davon nicht beeindrucken und nutzte in der 71. Minute einen Fehler des Wolfsburger Torhüters Zielinski. Dieser verarbeitete einen Rückpass nicht richtig, Jonas Saliger reagierte schnell und schob den Ball ins leere Tor. Wieder musste Wolfsburg einem Rückstand hinterherlaufen.

Erneut war es Arnold, der die Mannschaft zurückbrachte. Mit einem Freistoß erzielte er in der 83. Minute den Ausgleich zum 2:2 und rettete Wolfsburg damit zunächst in die Verlängerung. Doch auch dort blieb die VSG unbequem. In der 109. Minute brachte Mehmet Ibrahimi die Berliner erneut nach vorn. Ein missglückter Kopfball von Arnold landete direkt vor Ibrahimi, der den Ball über die Linie drückte.

Wolfsburg musste nun erneut reagieren und warf alles nach vorn. In der 117. Minute gelang Hauke Wahl tatsächlich noch der Ausgleich. Die Entscheidung fiel damit im Elfmeterschießen. Dort bewahrten die Wolfsburger schließlich die besseren Nerven und setzten sich nach sieben Runden mit 6:5 durch. Viel souveräner hätte ein Start in den DFB-Pokal kaum aussehen können; für den Bundesliga-Absteiger war es vielmehr ein Abend, an dem zwischen Weiterkommen und Blamage nur wenige Minuten und am Ende einige Strafstöße lagen.

Der Hamburger SV hatte dagegen wesentlich weniger Mühe. Gegen den SC Verl setzte sich der HSV am Montagabend mit 3:0 durch. Der Drittligist konnte dem Favoriten nur begrenzt gefährlich werden. Albert Gronbaek stellte in der 41. Minute die Führung her und legte unmittelbar nach der Pause nach. In der 46. Minute erhöhte er auf 2:0. Louis Lemke sorgte in der 50. Minute für den dritten Hamburger Treffer. Danach konnte der HSV die Begegnung ohne größere Kraftanstrengung zu Ende spielen.

Auch der 1. FC Köln musste zunächst mit einer unangenehmen Ausgangslage umgehen. Gegen die Würzburger Kickers gerieten die Kölner bereits in der 18. Minute durch David Abrangao mit 0:1 in Rückstand. Anders als Schalke und Wolfsburg blieb den Kölnern jedoch die Verlängerung erspart. Isak Johannesson drehte die Begegnung mit einem Doppelpack. In der 62. Minute erzielte er den Ausgleich, in der 77. Minute folgte der Treffer zum 2:1. Köln brachte diesen Vorsprung anschließend über die Zeit und zog damit ebenfalls in die nächste Runde ein.

Die Ergebnisse dieser Pokalrunde folgen damit einem bekannten Muster. Für die höherklassigen Mannschaften ist die größere individuelle Qualität zwar ein erheblicher Vorteil, sie garantiert aber keineswegs einen problemlosen Abend. Halle brachte Schalke bis in die Verlängerung, Altglienicke zwang Wolfsburg sogar ins Elfmeterschießen. Für unterklassige Mannschaften liegt gerade darin der Reiz des Wettbewerbs: Ein Spiel lang können Einsatz, Organisation und die besondere Atmosphäre eines Pokalabends den Unterschied in der Liga scheinbar außer Kraft setzen.

Am Ende setzt sich die größere Qualität häufig doch durch. Aber gerade die Spiele in Halle und Berlin zeigen, dass der Weg dorthin mitunter erheblich länger sein kann, als es der Klassenunterschied vermuten lässt. Im DFB-Pokal entscheidet eben nicht allein, wer auf dem Papier der Favorit ist, sondern wer über 90 oder 120 Minuten mit dem Druck umgehen kann, diesen Status auch auf dem Platz zu rechtfertigen. +++

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