Zwei Jahre nach der Legalisierung von Cannabis zeigt sich ein uneinheitliches Bild in Deutschland: 413 Anbauvereine sind inzwischen genehmigt, doch wie stark die neue Freiheit genutzt wird, hängt offenbar stark vom jeweiligen Bundesland ab.
Das geht aus einer Umfrage des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ hervor, für die alle 16 Länder befragt wurden. Während einige Regionen vergleichsweise offen mit den sogenannten Cannabis-Clubs umgehen, bleiben andere deutlich zurückhaltender.
An der Spitze steht Niedersachsen. Mit 1,06 genehmigten Clubs pro 100.000 Einwohner führt das Land das Ranking an, gefolgt von Hamburg (0,91) und Brandenburg (0,82). Hier scheint sich die neue Struktur schneller zu etablieren – getragen von vergleichsweise vielen Anträgen und Genehmigungen.
Ganz anders das Bild im Süden: Bayern bildet mit großem Abstand das Schlusslicht. Gerade einmal 0,07 Vereinigungen pro 100.000 Einwohner wurden dort genehmigt. Insgesamt sind es seit der Legalisierung neun Clubs. Zwischenzeitlich hatten laut einem Sprecher drei davon mit dem Anbau begonnen – inzwischen ist dieser jedoch wieder eingestellt worden.
Die Unterschiede zeigen sich nicht nur bei den Genehmigungen, sondern bereits bei den Anträgen. Nordrhein-Westfalen sticht hier heraus: 219 Anträge wurden gestellt, mehr als in jedem anderen Bundesland. Mit 118 genehmigten Clubs liegt das bevölkerungsreichste Land auch absolut vorn. Niedersachsen folgt mit 136 Anträgen auf Platz zwei. Am anderen Ende der Skala stehen Bremen mit sieben und das Saarland mit acht Anträgen – Zahlen, die fast wie Randnotizen wirken.
Möglich wurde die Entwicklung im Juli 2024. Seitdem können nicht-kommerzielle Anbauvereinigungen Anträge bei den Ländern stellen. Die Hürden sind klar definiert: Vorgaben etwa zum Jugendschutz und zur Qualitätskontrolle müssen eingehalten werden, bevor eine Genehmigung erteilt wird.
Insgesamt sind bundesweit 864 Anträge eingegangen. Dass daraus bislang weniger als die Hälfte genehmigter Clubs geworden sind, zeigt: Die neue Cannabis-Landschaft wächst – aber sie tut es langsam, unterschiedlich und unter genauer Beobachtung. +++ red.













