Die Instagram-Kommentare von Hessens Europaminister Manfred Pentz (CDU) ziehen weitere politische Kreise. Nachdem Pentz wegen inzwischen gelöschter Äußerungen, die als rassistisch kritisiert wurden, in die öffentliche Kritik geraten ist, hat sich nun auch sein Kabinettskollege Kaweh Mansoori (SPD) zu Wort gemeldet. Der hessische Wirtschaftsminister findet dabei deutliche Worte – und verbindet seine Kritik mit persönlichen Erfahrungen aus seiner eigenen Kindheit und Jugend.
In einem Instagram-Beitrag am Samstag erinnert Mansoori daran, wie es sich angefühlt habe, wenn ihm als Kind und Jugendlichem Menschen gesagt hätten: „Geh zurück in dein Land.“ Solche Erfahrungen hinterließen Spuren. „Solche Sätze vergisst man nicht“, schreibt der SPD-Politiker.
Mansooris Stellungnahme ist auch deshalb bemerkenswert, weil sie nicht aus den Reihen der Opposition kommt. Er gehört gemeinsam mit Pentz der hessischen Landesregierung an. Dass ein Kabinettsmitglied einen Regierungskollegen auf diese Weise öffentlich kritisiert, verleiht der Auseinandersetzung eine zusätzliche politische Dimension.
Mansoori wurde 1997 eingebürgert, seine Eltern stammen aus dem Iran. Seine Worte sind deshalb mehr als eine allgemeine politische Bewertung der Vorgänge. Er beschreibt eine Erfahrung, die viele Menschen mit familiärer Einwanderungsgeschichte kennen dürften: das Gefühl, trotz Zugehörigkeit immer wieder infrage gestellt zu werden.
Auslöser der Kontroverse waren Kommentare Pentz‘ auf Instagram, in denen er auf Kritik des Volt-Politikers Sahak Ibrahimkhil mit den Formulierungen „Warum Du so sprechen..?!“ und „Ich nix sprechen, ich schreiben“ reagiert hatte. Die Äußerungen wurden als Nachahmung gebrochenen Deutsch und als rassistische Herabwürdigung kritisiert. Pentz löschte die Kommentare und entschuldigte sich anschließend. Er erklärte, sich im Ton vergriffen zu haben.
Mansooris Reaktion macht deutlich, dass eine Entschuldigung zwar ein notwendiger Schritt sein kann, die Wirkung solcher Äußerungen damit aber nicht automatisch verschwindet. Gerade bei einem Mitglied der Landesregierung kommt der öffentlichen Kommunikation eine besondere Verantwortung zu. Wer ein Regierungsamt bekleidet, muss sich auch daran messen lassen, wie er mit Menschen umgeht, die ihn kritisieren.
Mit seinem Beitrag setzt Mansoori eine klare Grenze. Seine Botschaft ist unmissverständlich: Abwertende Äußerungen, die Menschen aufgrund ihrer vermeintlichen Herkunft ausgrenzen, sind nicht einfach mit einem nachträglichen Bedauern erledigt. Dass diese Kritik ausgerechnet aus dem Kabinett von Ministerpräsident Boris Rhein kommt, dürfte die politische Debatte um Manfred Pentz weiter beschäftigen. +++


