Die Johannes-Dyba-Allee in Fulda behält ihren Namen. Nach rund einem Jahr kontroverser Debatte hat die Stadtverordnetenversammlung am Montagabend eine Umbenennung der Straße mit deutlicher Mehrheit abgelehnt. 33 Stadtverordnete stimmten gegen den Antrag, 23 votierten dafür. Damit bleibt es bei der Bezeichnung, die seit dem Jahr 2000 an den früheren Fuldaer Bischof Johannes Dyba erinnert, berichtet fuldainfo.de.
Die Auseinandersetzung um den Straßennamen hatte sich nicht an einer bloßen historischen Frage entzündet. Im Mittelpunkt standen vielmehr Vorwürfe zum Umgang Dybas mit Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester während seiner Amtszeit. Kritiker sehen darin einen Grund, den früheren Bischof nicht länger als Namensgeber einer zentralen Fuldaer Allee zu führen. Die Debatte berührte damit auch die Frage, wie eine Stadt mit Persönlichkeiten umgehen soll, deren Wirken heute anders bewertet wird als zu deren Lebzeiten.
Das Interesse an der Entscheidung war entsprechend groß. Zahlreiche Zuschauer waren eigens wegen dieses Tagesordnungspunktes in die Stadtverordnetenversammlung gekommen, um die Debatte und die anschließende Abstimmung unmittelbar zu verfolgen. Für viele von ihnen endete der Abend jedoch mit Enttäuschung. Nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses verließen zahlreiche Besucher die Stadtverordnetenversammlung, vielfach sichtlich enttäuscht über die Entscheidung.
Die SPD hatte vorgeschlagen, die Straße wieder in Kastanienallee umzubenennen. Unter diesem Namen war sie bis zum Jahr 2000 bekannt. Mit dem Antrag verband sich damit nicht nur die Abkehr vom bisherigen Namensgeber, sondern zugleich die Rückkehr zu einer historischen Bezeichnung der Straße.
Den Ausschlag für die Beibehaltung des Namens gab am Ende die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung. Mit 33 Gegenstimmen gegenüber 23 Befürwortern fand der Antrag auf Umbenennung keine Mehrheit. Die politische Entscheidung beendet damit vorerst eine Debatte, die Fulda über rund ein Jahr beschäftigt hat.
Die Kontroverse um Johannes Dyba dürfte damit allerdings nicht aus dem öffentlichen Gedächtnis der Stadt verschwinden. Sie zeigt vielmehr, wie schwierig der Umgang mit historischen Persönlichkeiten werden kann, wenn deren Lebenswerk und ihr politisches oder gesellschaftliches Handeln aus heutiger Sicht unterschiedlich bewertet werden. Die Stadtverordnetenversammlung hat sich nun gegen eine Veränderung des Straßenbildes entschieden. Die Johannes-Dyba-Allee wird ihren Namen behalten. +++













