Hessens Europaminister Manfred Pentz (CDU) steht nach umstrittenen Kommentaren in sozialen Netzwerken in der Kritik. Die Jusos Hessen-Süd fordern seinen Rücktritt, schreibt fuldainfo.de. Auslöser der Kontroverse waren zwei Antworten des Ministers auf einen Instagram-Kommentar des Volt-Politikers Sahak Ibrahimkhil.
Pentz hatte zuvor in einem Video zu den Ausschreitungen in Frankfurt am Main in der Nacht zum 31. Oktober 2026 Stellung genommen und von „migrantischer Gewalt“ gesprochen. Unter dem Beitrag kritisierte Ibrahimkhil die CDU und warf ihrem politischen Umfeld unter anderem Rassismus und autoritäre Tendenzen vor. Pentz reagierte darauf mit den Sätzen „Warum Du so sprechen..?!“ und „Ich nix sprechen, ich schreiben.“
Die Kommentare wurden später gelöscht. Besonders die Nachahmung gebrochenen Deutschs löste Rassismusvorwürfe aus. Kritiker sehen darin eine sprachliche Herabwürdigung des Volt-Politikers aufgrund seines zugeschriebenen Migrationshintergrunds.
Pentz räumte anschließend einen Fehler ein. „Es tut mir leid, ich habe mich im Ton vergriffen“, erklärte der Minister am Donnerstag. Er habe seinen Kommentar gelöscht und sich sowohl öffentlich als auch persönlich bei Ibrahimkhil entschuldigt. Dieser zeigte sich jedoch nicht überzeugt. Gegenüber der hessenschau bezeichnete er die Entschuldigung als verharmlosend und erklärte, er nehme Pentz das Bedauern nicht ab.
Die Jusos Hessen-Süd gehen mit ihrer Kritik weiter. Ihr Vorsitzender Rodan Zeybek fordert den Rücktritt des Ministers. Das Problem sei nicht lediglich der Ton, sondern der Inhalt der Äußerungen. Die Nachahmung gebrochenen Deutschs sei ein bekanntes rassistisches Stilmittel. Auch Volt Deutschland verlangt den sofortigen Rücktritt von Pentz. Die Partei wertet dessen Erklärung als unzureichende Reaktion auf die Vorwürfe.
Unterdessen wächst der politische Druck auf die hessische Landesregierung. Auch die Grüne Jugend Hessen fordert Konsequenzen und eine klare Positionierung von Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und dem Koalitionspartner SPD. Damit bekommt der Vorgang zusätzliche politische Bedeutung: Die Rücktrittsforderung kommt mit den Jusos aus dem Umfeld jener Partei, die gemeinsam mit der CDU die hessische Landesregierung trägt.
Offen bleibt, wie Ministerpräsident Rhein auf die Forderungen reagiert und welche Haltung die SPD als Koalitionspartner einnimmt. Die Auseinandersetzung wirft damit auch die Frage auf, welche Maßstäbe für den Umgang mit rassistisch kritisierten Äußerungen von Regierungsmitgliedern gelten und welche politischen Konsequenzen daraus gezogen werden. +++


