Wassernotstand in Fulda, Eichenzell und Ebersburg: Die Situation ist mehr als angespannt

Wasser

Die anhaltende Trockenheit hinterlässt inzwischen deutliche Spuren bei der Trinkwasserversorgung in der Region. Die Stadt Fulda sowie die Gemeinden Eichenzell und Ebersburg haben am Freitag den Wasserversorgungsnotstand ausgerufen. Damit gelten ab sofort verbindliche Einschränkungen beim Verbrauch von Trinkwasser. Bürgerinnen und Bürger sowie Betriebe sind aufgefordert, Wasser nur noch für unbedingt notwendige Zwecke zu verwenden. Wer gegen die Vorgaben verstößt, muss mit Bußgeldern rechnen.

Wie ernst die Situation inzwischen ist, macht Dr. Arnt Meyer, Geschäftsführer der RhönEnergie Gruppe, deutlich. Das Unternehmen ist für die Wasserversorgung in den drei Kommunen zuständig. „Die Situation ist mehr als angespannt“, sagt Meyer. Die lang anhaltende Trockenheit mit außergewöhnlich geringen Niederschlägen habe dazu geführt, dass die natürlichen Quellen deutlich weniger Wasser abgeben. Der Rückgang nehme weiter zu. Gleichzeitig sinken die Wasserstände in den Tiefbrunnen deutlich. Die Förderanlagen laufen inzwischen rund um die Uhr. Mehr Wasser könne aus den vorhandenen Anlagen nicht gewonnen werden.

Während das Angebot zurückgeht, ist der Verbrauch gleichzeitig deutlich gestiegen. Nach Angaben der RhönEnergie liegt er derzeit rund 40 Prozent über dem Normalniveau. Die Kombination aus außergewöhnlicher Trockenheit, hohen Temperaturen und einem deutlich höheren Wasserbedarf bringt die Versorgung damit an ihre Belastungsgrenze. Eine weitere Steigerung der Fördermengen ist nach Angaben des Versorgers nicht möglich.

Die Kommunen reagieren deshalb mit Allgemeinverfügungen, die bestimmte Formen des Trinkwasserverbrauchs untersagen. Nicht mehr erlaubt ist unter anderem das Bewässern von Rasen, Blumen und Pflanzen im heimischen Garten. Auch Pools und Zisternen dürfen nicht mit Trinkwasser befüllt werden. Das Waschen von Autos ist ebenfalls untersagt. Gleiches gilt für das Kühlen mit Leitungswasser sowie für Reinigungsarbeiten an Haus und Hof, wenn dafür beispielsweise ein Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger eingesetzt wird.

Die Regelungen sind auf den Internetseiten der Kommunen veröffentlicht. In der Region hatte die Gemeinde Petersberg bereits am Montag eine entsprechende Anordnung erlassen. Auch die Stadt Fulda hatte zunächst nur für einzelne Stadtteile reagiert. Bereits am Montag war parallel zu Petersberg der Trinkwassernotstand für Bernhards und Dietershan erklärt worden. Nun wurde die Regelung auf nahezu das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet.

Ausgenommen sind die Fuldaer Stadtteile Edelzell und Lüdermünd. Sie sind bei der Trinkwasserversorgung an jeweils andere Netze angeschlossen und fallen deshalb nicht unter die aktuelle Feststellung des Wassernotstands für das übrige Stadtgebiet.

Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld und Bürgermeister Dag Wehner werben angesichts der angespannten Lage um Verständnis für die Einschränkungen. Das Zusammenspiel von extremer Hitze, Trockenheit und Wind habe die Situation in den vergangenen Tagen nochmals deutlich verschärft. Jetzt komme es darauf an, dass alle ihren Teil dazu beitragen, eine weitere Verschärfung der Maßnahmen zu verhindern.

Auch in Eichenzell wird die Lage mit Sorge betrachtet. Bürgermeister Johannes Rothmund appelliert eindringlich an die Bevölkerung, die geltenden Einschränkungen ernst zu nehmen und den Wasserverbrauch auf das Notwendigste zu reduzieren. Es gehe nicht um Komfort oder Bequemlichkeit, sondern um die Frage, ob die sichere Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser gewährleistet werden könne. Jeder unnötige Verbrauch verschärfe die Situation für die gesamte Gemeinde.

In Ebersburg richtet Bürgermeister Benjamin Reinhart ebenfalls einen dringenden Appell an die Bevölkerung. „Wir müssen jetzt gemeinsam handeln“, erklärt er. Wasser sei keine unerschöpfliche Ressource, gleichzeitig seien die technischen Möglichkeiten der Versorgung ausgeschöpft. Sollte sich der Verbrauch nicht deutlich verringern, könne eine sichere Wasserversorgung nicht einfach als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Jeder eingesparte Liter könne dazu beitragen, die Versorgung zu stabilisieren.

Ein Ende der angespannten Lage ist zunächst nicht in Sicht. Für den Beginn der kommenden Woche werden zwar sinkende Temperaturen und auch Niederschläge erwartet. Die Bürgermeister der drei Kommunen und die RhönEnergie gehen jedoch nicht davon aus, dass die angekündigten Regenfälle kurzfristig zu einer spürbaren Entlastung der Trinkwasserversorgung führen werden. Die bestehenden Einschränkungen bleiben deshalb zunächst bestehen.

Entscheidend wird sein, wie sich die Wasserstände und der Verbrauch in den kommenden Tagen entwickeln. Kommunen und RhönEnergie wollen die Situation kontinuierlich beobachten. Sollte sich die Versorgungslage nachhaltig verbessern, soll über eine Änderung oder Aufhebung der Einschränkungen informiert werden. Bis dahin bleibt der Appell an Haushalte und Betriebe unmissverständlich: Trinkwasser soll nur dort verwendet werden, wo es tatsächlich notwendig ist. +++ red.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Banner 1 336 m

Werbung quali2

Ohr5euro