Die SMA Solar Technology AG erweitert ihren Geschäftsbereich „Large Scale and Project Solutions“ um den schnell wachsenden Markt der Rechenzentren. Das Unternehmen bringt ein Portfolio von Stromversorgungslösungen auf den Markt, das speziell auf Rechenzentren für KI- und Hyperscale-Anwendungen zugeschnitten ist. Grundlage sind die bewährte Technologieplattform von SMA für Großanlagen und die langjährige Erfahrung des Unternehmens bei der Netzintegration. Im Mittelpunkt steht eine der zentralen Herausforderungen beim weltweiten Ausbau von Rechenzentren: Strom muss schnell verfügbar sein, während die Versorgung zugleich zuverlässig und skalierbar funktionieren muss.
Der Bedarf an Rechenzentrumskapazitäten wächst weltweit mit hoher Geschwindigkeit. Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing und die fortschreitende Digitalisierung treiben den Ausbau voran. Betreiber errichten neue Rechenzentren, stoßen dabei jedoch zunehmend auf die Frage, woher die benötigte elektrische Leistung kommen soll. In vielen Regionen verzögern langwierige Verfahren für Netzanschlüsse den Bau neuer Anlagen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Stabilität der Stromnetze. Leistungsfähige Strominfrastrukturen und Lösungen für die Netzintegration werden damit zu einem entscheidenden Faktor für die Entwicklung des Marktes.
Für SMA bedeutet der Einstieg eine Erweiterung des bestehenden Geschäfts um ein neues Kundensegment, das auf Kompetenzen aufbaut, über die das Unternehmen bereits seit Jahren verfügt. Stromumwandlung, Netzintegration und Energiemanagement gehören zu den Kernbereichen des Unternehmens. Diese Erfahrungen sollen nun auf die speziellen Anforderungen von Rechenzentren übertragen werden.
„Die Stromversorgung ist zu einem entscheidenden Erfolgsfaktor für die Rechenzentrumsbranche geworden“, sagt Jürgen Reinert, Vorstandsvorsitzender von SMA. Mit dem Wachstum KI-basierter Anwendungen werde die Verfügbarkeit von Strom zunehmend wichtiger für den schnellen Aufbau neuer Rechenzentrumskapazitäten. Durch die Verbindung bewährter Leistungselektronik mit der langjährigen Expertise bei der Netzintegration und intelligenten Steuerungslösungen wolle SMA dazu beitragen, Engpässe bei der Stromversorgung zu überwinden und die für den Rechenbetrieb verfügbare Energie zu maximieren.
SMA bringt nach eigenen Angaben 45 Jahre Erfahrung mit Energiesystemen für Großanlagen in den neuen Geschäftsbereich ein. Dazu gehören unter anderem Netzstabilisierung und netzbildende Technologien, die Integration von Batteriespeichern, Cybersicherheit, Kraftwerkssteuerungen und das Management komplexer elektrischer Infrastrukturen. Das speziell für Rechenzentren entwickelte Portfolio greift dabei auf eine Stromumwandlungsplattform, Mittelspannungsstationen, Steuerungen und Integrationskompetenzen zurück, die SMA bereits weltweit im Gigawatt-Maßstab einsetzt.
Aus Sicht des Unternehmens treffen damit ein wachsender Markt und langjährige Technologie- und Projekterfahrung aufeinander. SMA erwartet für das Geschäftsjahr 2027 einen Umsatz im mittleren bis hohen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich aus dem Rechenzentrumsgeschäft. Angesichts des weltweit steigenden Strombedarfs von Rechenzentren rechnet das Unternehmen in den kommenden Jahren mit weiterem Umsatzwachstum in diesem Bereich.
Das neue Portfolio umfasst drei unterschiedliche Lösungsarchitekturen. SMA GridAssist basiert auf Batterien und soll netzgebundene Rechenzentren durch Lastglättung, eine Stabilisierung der Netzqualität und die Einhaltung von Netzvorschriften unterstützen. SMA GridLink AC ist als Mittelspannungs-USV-Architektur konzipiert. USV steht für unterbrechungsfreie Stromversorgung. Die Architektur entkoppelt die Lasten eines Rechenzentrums vom Netz und soll dadurch helfen, Engpässe bei der Netzanbindung zu bewältigen und einen stabilen Betrieb sicherzustellen.
Mit SMA GridLink DC richtet sich das Unternehmen zugleich auf die Entwicklung von KI-Rechenzentren mit einer 800-Volt-Gleichstromarchitektur. Die Markteinführung dieser Lösung ist für 2027 vorgesehen. Sie soll die Effizienz und Skalierbarkeit erhöhen, mehr Leistung für KI-Anwendungen verfügbar machen und gleichzeitig Technologie- und Projektrisiken reduzieren.
Die drei Architekturen sollen Entwicklern und Betreibern von Rechenzentren die Möglichkeit geben, je nach betrieblichen, netztechnischen und geschäftlichen Anforderungen unterschiedliche Versorgungskonzepte einzusetzen. Damit reagiert SMA auf einen Markt, in dem die Anforderungen an die elektrische Infrastruktur mit den steigenden Leistungsdichten moderner KI-Anwendungen wachsen.
Gerade KI-Workloads verlangen zunehmend höhere Leistungsdichten und damit auch mehr Energie. Rechenzentren benötigen deshalb elektrische Infrastrukturen, die flexibel, skalierbar und ausfallsicher sind. SMA sieht darin einen Bereich, in dem nicht nur einzelne technische Komponenten gefragt sind, sondern die Verbindung verschiedener Disziplinen über den gesamten Lebenszyklus eines Projekts.
„Entwickler und Betreiber von KI-Rechenzentren benötigen mehr als einzelne Komponenten“, sagt Florian Bechtold, Executive Vice President Large Scale and Project Solutions bei SMA. Gefragt sei ein Partner, der Erfahrung in Netzintegration, Leistungselektronik, Steuerungstechnik, Engineering und Service in einer skalierbaren Lösung zusammenführen könne. Mit der Verbindung der langjährigen Erfahrungen aus dem Utility-Scale-Geschäft und den speziell für Rechenzentren entwickelten Lösungen wolle SMA seinen Kunden helfen, Projekte schneller umzusetzen, Risiken zu reduzieren und die Grundlage für die nächste Generation von KI-Infrastrukturen zu schaffen.
Der Einstieg in den Rechenzentrumsmarkt folgt damit einem grundlegenden Wandel der digitalen Infrastruktur: Je stärker künstliche Intelligenz und datenintensive Anwendungen wachsen, desto stärker wird die Stromversorgung selbst zum begrenzenden Faktor beim Aufbau neuer Kapazitäten. SMA will mit seinen neuen Lösungen genau an dieser Schnittstelle zwischen Stromnetz, Energieinfrastruktur und digitaler Rechenleistung ansetzen. +++












