Das war ein Start in die Saison der Fußball-Hessenliga, wie ihn sich alle beim Hünfelder SV wünschten. Mit 4:3 (1:1) setzte sich der HSV in einem Sieben-Tore-Spektakel beim SC Hanau durch. Das Stück bestand aus mehreren Aufführungen: Fast eine Hälfte wirkte der Sieger dominant, führte sogar zweimal - ehe er das Spiel aus der Hand zu geben drohte. Doch als nur noch wenige Minuten zu spielen waren auf dem großen Platz in Wilhelmsbad - da kam die entscheidende Szene. Und die gehörte dem Ex-Hohe Lufter Max Lindemann. Nach Luca Uths Zulieferarbeit krönte und belohnte die starke Vorstellung des Gastes mit dem 4:3-Siegtreffer. Maxi Fröhlich traf für Hünfeld doppelt, Zugang David Costa Sabate hatte mit dem 2:1 zu Beginn des zweiten Abschnittes die zweite Führung erzielt.
Benjamin Fuß war nicht nur erleichtert, irgendwie schien er bis über beide Ohren zu strahlen. „Wenn man sich ein Trainerdebüt wünschen kann, dann so etwas. Das war wirklich spektakulär“, sagte der seit Kurzem in der wesentlichen Verantwortung stehende neue und bekannte Coach des Hünfelder, der das Amt an Julian Rohdes Seite bekleidet. Der HSV begann gut, zeigte bisweilen starken Fußball, trat dominant auf - und hätte höher führen müssen als nur durch Maxi Fröhlichs Führungstreffer. Fehlende Entschlossenheit im letzten Drittel und der letzte Pass aber fehlten, „das ist ein Prozess. Daraus müssen wir lernen“, sagte Fuß.
Stattdessen kassierte der Gast fast mit dem Pausenpfiff den Ausgleich. Das steckte der HSV jedoch gut weg. Was er sich vorgenommen hatte beim Wechsel, unterstrich die zweite Führung. Max Lindemann zapfte seine Spielintelligenz an, nahm Luca Uth mit - und David Costa Sabate staubte ab und traf zum 2:1. Der erste Punktspieltreffer des Zugangs aus Bad Soden. Als wollte der Gast Tom & Jerry spielen, gab er das Spiel fast aus der Hand. Dino Bektas und Unterschiedsspieler „Ibo“ Yildiz drehten das Ding nach gut einer Stunde - 3:2.
Der HSV aber schlug zurück. Und wie. Fuß schien kurz ins Schwärmen zu geraten. „Wie wir zurückgekommen sind, das war schon klasse. Kompliment an die Mannschaft.“ Ihm gefiel die Moral seiner Mannschaft, „und wie wir bei diesen Temperaturen marschiert sind“. Der Hofbiererer Fröhlich, der mehr und mehr zum Torschützen wird, mit seinem zweiten Tor zum 3:3 - und Lindemanns „Spiel mit der Krone beim 4:3“ machten den Sieg des Gastes perfekt.
Die nächste Aufgabe? Auch die ist „nicht von schlechten Eltern“: Am Freitagabend wird die Rhönkampfbahn zum „Schauplatz der Emotionen“. Der VfB Marburg kreuzt auf. Auch der kommt mit breitem Kreuz. Er rang den Regionalliga-Absteiger Alzeanu mit 2:1 nieder. Beginn ist um 19.15 Uhr.
SC Hanau 1960: Brao - Onyejekwe (58.Karakus), Tarik Sejdovic, Din Bektas (46. Kimura), Wüst, Thielmann, Yilmaz, Rizvanovic (58. Dino Bektas), Lapre (80. Oezcelik), Emir Sejdovic, Murakami (46. Pekesen)
Hünfelder SV: Maul - Vogler (6. Häuser), Dücker, Banh, Zöll - Paliatka (65. Kümmel), Uth - Lindemann (90.+3 Trabert), Kassa (73. Göbel), Fröhlich - Costa Sabate (90. Witkowski)
Schiedsrichter: Christian Steib
Tore: 0:1 Maximilian Fröhlich (22.), 1:1 Leonardo Lapre (45.+1), 1:2 David Costa Sabate (52.), 2:2 Dino Bektas (60.), 3:2 Halil Ibrahim Yilmaz (64.), 3:3 Maximilian Fröhlich (73.), 3:4 Max Lindemann (86.) +++ rl












