Es ist müßig, alle Höhepunkte – oder die, die man als solche empfindet – hervorzukramen in der Vereinsgeschichte des Hünfelder SV. Dieser Termin, der 22. September 2026, wird gewiss einen speziellen Platz in den Annalen einnehmen. Im Achtelfinale des Hessenpokals gastiert Regionalligist FSV Frankfurt beim HSV, aktueller Dritter der eine Klasse niedriger angesiedelten Hessenliga. Mehr Reiz geht nicht. Anstoß in der Rhönkampfbahn: 19 Uhr.
Dass der HSV als Außenseiter in dieses Duell geht, liegt auf der Hand. Eine Chance hat er aber in jedem Fall. Auch eine echte. Benjamin Fuß klingt zwar etwas verhalten, sagt aber: „Ja, natürlich haben wir die.“ Und Hünfelds Trainer ordnet ein: „Frankfurt ist schon eine andere Hausnummer. Die Mannschaft ist spielstark. Und sie will auch Fußball spielen.“ Zwei Tage, nachdem sein Team beim Hessenliga-Klassenkameraden Turabdin-Babylon Pohlheim nach Elfmeterschießen gesiegt hatte, hatte Fuß Gelegenheit, den FSV in der Johannisau beim Punktspiel gegen die SG Barockstadt, in Augenschein zu nehmen. Die Gelegenheit aber entpuppte sich als Muster ohne Wert, da der FSV fußballerisch einen schlechten Abend erwischte, nach gut einer halben Stunde wegen einer Roten Karte in Unterzahl spielte – und dennoch ein Remis erreichte.
Vielmehr aber richtet der HSV-Coach den Blick aufs eigene Team. Seine Worte klingen vertraut, aber nachhaltig und eindringlich. „Wir haben Respekt, aber keine Angst. Wir sind auch gut. Wir müssen unser Spiel durchziehen und wollen unbequem sein.“ Der Trainer schiebt Elemente nach, auf die es ankommt: Laufbereitschaft, Kommunikation, Nicht-hinten-drin-Stehen. „Und wir müssen unsere Möglichkeiten nutzen. So viele werden wir nicht kriegen.“
Fuß wäre nicht er selbst, wenn er den Appetit nicht anregen würde auf diesen Vergleich. „Ein Flutlicht-Spiel. Gegen einen Regionalligisten. Dafür spielt man Fußball. In Bebra und bei TuBa haben wir uns diese Chance erarbeitet.“ Und klar: Wenn man eigentlich keine oder kaum eine hat, will man die nutzen. Jakob Göbel, zuletzt in der Liga für ein Spiel gesperrt, kehrt in den Kader des HSV zurück.
Beide Teams sind schon bald wieder im Einsatz. Der FSV tritt am Freitagabend auf dem „Betze“ bei der Zweiten des 1. FC Kaiserslautern an – der HSV in seinem dritten Heimspiel in Folge (ein viertes folgt noch gegen Darmstadts U21) am Samstag gegen den in der Tabelle überraschend schlecht dastehenden KSV Baunatal. Zunächst aber ist das besondere Datum „Hessenpokal gegen den FSV Frankfurt“ das Thema. Und da möchte der HSV so richtig im Selbstvertrauen baden. +++ rla













