Nach der Segnung von Gegendemonstranten am Fuldaer Dom wächst die Kritik am Bistum. Der Bundestagsabgeordnete Pierre Lamely sieht sich nach einer eigenen Anfrage und einer Leserumfrage der Fuldaer Zeitung in seiner Forderung nach Gleichbehandlung bestätigt – und reagiert deutlich auf die Haltung der Kirche.
Am vergangenen Samstag hatten Gegendemonstranten gegen die Gründung des hessischen Landesverbandes der Jugendorganisation „Generation Deutschland“ protestiert. Zuvor waren sie von Bischof Michael Gerber am Fuldaer Dom gesegnet worden.
Lamely wandte sich daraufhin am 31. März in einem Schreiben an das Bistum Fulda. Er wollte wissen, ob eine vergleichbare Segnung auch für den neu gewählten Vorstand der „Generation Deutschland“ möglich sei. Parallel ließ die Fuldaer Zeitung ihre Leser abstimmen. Das Ergebnis, veröffentlicht am 2. April: Eine deutliche Mehrheit sprach sich für eine Gleichbehandlung aus.
Für Lamely ist das ein klares Signal. Wenn einzelne Gruppen im politischen Kontext einen kirchlichen Segen erhielten, erwarteten viele Bürger zu Recht, dass solche Angebote grundsätzlich allen offenstünden, erklärte er.
Die Reaktion des Bistums, das die Anfrage laut einem Bericht der Zeitung als Aprilscherz einordnete, stößt bei ihm auf scharfe Kritik. Wer eine ernst gemeinte Anfrage so abtue, setze sich mit dem eigentlichen Anliegen nicht auseinander, sagte Lamely. Es gehe um eine grundsätzliche Frage der Gleichbehandlung, nicht um einen Scherz.
Zugleich warnte der Abgeordnete vor den Folgen einer aus seiner Sicht politischen Positionierung der Kirche. Wenn sie ihren geistlichen Auftrag zunehmend mit politischer Einflussnahme verbinde, müsse sie sich über steigende Kirchenaustritte nicht wundern. Entscheidend sei, dass die Kirche nicht den Eindruck einseitiger Parteinahme erwecke.
Die Erwartungen der Bürger seien klar, so Lamely. Nun liege es am Bistum, darauf eine ernsthafte Antwort zu geben. +++ red.













