SPD nimmt Reiche bei Galeria-Insolvenz in die Pflicht

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Die erneute Insolvenz der Warenhauskette Galeria setzt die Bundesregierung unter Druck. SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf nimmt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) in die Pflicht und fordert von ihr, sich für eine Zukunft des Unternehmens und der rund 12.000 Beschäftigten einzusetzen. „Ich erwarte jetzt von Wirtschaftsministerin Katharina Reiche, dass sie dafür kämpft, eine Zukunft für Galeria und die 12.000 Beschäftigten zu schaffen“, sagte Klüssendorf dem Nachrichtenmagazin „Focus“.

Die Verantwortung für die wiederkehrenden Krisen sieht der SPD-Generalsekretär nicht bei den Beschäftigten. Diese hätten „allein in den letzten sechs Jahren bereits vier Insolvenzanträge durchmachen“ müssen. Es könne nicht sein, dass die Beschäftigten „nun nicht erneut diejenigen sein“ dürften, die jahrelange Managementfehler ausbaden müssten, sagte Klüssendorf.

Auch die Linke fordert angesichts der erneuten Insolvenz einen Schutzschirm für die Beschäftigten. „Die Verantwortlichen müssen jetzt endlich ein tragfähiges Konzept auf den Tisch legen, das Arbeitsplätze sichert und den Filialen eine Zukunft gibt“, sagte Parteichefin Ines Schwerdtner dem Nachrichtenportal T-Online. Noch mehr Personalabbau und eine schleichende Verwahrlosung der Häuser seien kein Sanierungskonzept, sondern führten in die nächste Krise, erklärte sie.

Für die rund 12.000 Beschäftigten sei die erneute Insolvenz eine „Hiobsbotschaft“, sagte Schwerdtner. Viele von ihnen kämpften seit Jahren um ihre Arbeitsplätze, hätten auf Geld verzichtet und eine Sanierung nach der anderen mitgetragen. Sie dürften nun nicht diejenigen sein, die für die Krise bezahlen müssten. „Ein Blankoscheck für Bernd Beetz und NRDC kommt nicht infrage. Es braucht zuallererst einen Schutzschirm für die Beschäftigten, nicht für die Eigentümer“, sagte die Linken-Parteichefin.

Schwerdtner kritisierte zugleich den Umgang mit Gewinnen und Verlusten. Es sei niemandem mehr vermittelbar, „dass Gewinne privatisiert werden, während bei Verlusten die Beschäftigten verzichten und der Staat einspringen soll“. Dieses Spiel müsse ein Ende haben, forderte sie.

Die angeschlagene Warenhauskette Galeria hat beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen, teilte das Unternehmen mit. Es handelt sich nach den Insolvenzanträgen von 2020, 2022 und 2024 um den vierten Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren.

Infolge der zurückliegenden Insolvenzverfahren wurden zahlreiche Filialen geschlossen. Zugleich erhielt Galeria Staatshilfen in Höhe von mehreren Hundert Millionen Euro. Seit Sommer 2024 gehört die Warenhauskette der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. +++

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