SG Johannesberg krönt historische Saison mit deutscher Vizemeisterschaft

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Fuldas Billard-Aushängeschild Thorsten Hohmann. Er machte den Sport in Fulda populär - Gruppe: Johannes Schmitt, Christoph, Reintjes, Raphael Wahl, Alexander Peer, Tobias Bongers, Juri Pisklov. (v.l.) Foto: privat

Die SG Johannesberg hat ihre bislang erfolgreichste Saison in der 1. Bundesliga Poolbillard mit einem außergewöhnlichen Erfolg beendet. Durch zwei souveräne 6:2-Heimsiege gegen den 1. PBC Wedding und den SV Motor Babelsberg sicherte sich die Mannschaft am letzten Spieltagswochenende die Deutsche Vizemeisterschaft und schrieb damit Vereinsgeschichte. Noch nie zuvor hatte ein Team aus Johannesberg eine Bundesliga-Spielzeit auf einem derart hohen Niveau abgeschlossen.

Vor den abschließenden Begegnungen war die Ausgangslage klar. Die SG Johannesberg befand sich in aussichtsreicher Position in der Spitzengruppe und wollte eine Saison veredeln, die den Verein endgültig in der deutschen Billard-Elite etabliert hat. Entsprechend konzentriert präsentierte sich die Mannschaft vor heimischer Kulisse in der modernen Billardarena in Fulda.

Der Auftakt gegen den 1. PBC Wedding verlief zunächst nicht nach Wunsch. Die Berliner gingen durch Andre Lackner im 14.1-Endlos in Führung und erwischten den besseren Start. Die Gastgeber reagierten jedoch umgehend. Tobias Bongers gewann sein 8-Ball denkbar knapp mit 8:7, Raphael Wahl setzte sich im 9-Ball mit 9:7 durch und Juri Pisklov sorgte mit einem 8:5-Erfolg im 10-Ball für die verdiente 3:1-Führung zur Halbzeit.

In der zweiten Runde zeigte die SG Johannesberg ihre ganze Stärke. Raphael Wahl dominierte sein 14.1-Endlos und gewann deutlich mit 125:40 Punkten. Christoph Reintjes behielt in einem hochspannenden 8-Ball die Nerven und setzte sich mit 8:7 durch. Juri Pisklov machte mit einem klaren 9:3-Erfolg den entscheidenden sechsten Punkt perfekt. Die Niederlage von Johannes Schmitt im abschließenden 10-Ball blieb ohne Auswirkungen. Mit dem 6:2-Erfolg rückte die Vizemeisterschaft in greifbare Nähe.

Auch am Sonntag ließ die Mannschaft keinen Zweifel daran, dass sie die Saison mit einem weiteren Erfolg beenden wollte. Gegen den SV Motor Babelsberg eröffnete Christoph Reintjes mit einem starken Auftritt im 14.1-Endlos und gewann klar mit 125:57 Punkten. Tobias Bongers ließ seinem Gegner beim 8:0 im 8-Ball keine Chance. Raphael Wahl bestätigte seine starke Form mit einem überzeugenden 9:2-Erfolg im 9-Ball. Lediglich Juri Pisklov musste sich im 10-Ball geschlagen geben.

Mit einer erneuten 3:1-Führung im Rücken kontrollierte die SG Johannesberg auch die zweite Spielhälfte. Tobias Bongers glänzte im 14.1-Endlos mit einem beeindruckenden 125:34-Erfolg. Juri Pisklov meldete sich mit einem souveränen 9:5-Sieg zurück. Johannes Schmitt machte mit seinem 8:5 im 10-Ball den zweiten 6:2-Erfolg des Wochenendes perfekt. Die knappe Niederlage von Christoph Reintjes im abschließenden 8-Ball änderte nichts mehr am verdienten Gesamterfolg.

Die sportliche Spannung war damit allerdings noch nicht beendet. Parallel kämpfte auch der BC Brotdorf um die Vizemeisterschaft. Während in Fulda die letzten Partien zu Ende gingen, richteten sich die Blicke gleichzeitig auf die Ergebnisse der anderen Spielorte. Erst nach Abschluss aller Begegnungen stand fest, wie eng die Saison tatsächlich verlaufen war. Die SG Johannesberg und der BC Brotdorf beendeten die Spielzeit punktgleich und mit identischer Partiebilanz. Selbst der direkte Vergleich brachte keine Entscheidung, weil auch dieser vollkommen ausgeglichen war. Am Ende stand ein seltenes Ergebnis fest: Beide Vereine teilen sich offiziell die Deutsche Vizemeisterschaft.

Neben dem sportlichen Geschehen schrieb das Wochenende noch eine besondere Geschichte. Nach der Begegnung gegen Wedding versagte der Vereinsbus der Berliner auf dem Vereinsgelände seinen Dienst. Da für die Gäste bereits am nächsten Tag die Weiterreise zum Auswärtsspiel in Kurpfalz anstand, stellte die SG Johannesberg kurzerhand einen Vereinsbus zur Verfügung. Eine unkomplizierte Hilfeleistung, die verdeutlicht, dass Fairness und gegenseitiger Respekt auch in der Bundesliga ihren Platz haben.

Die Vizemeisterschaft ist das Ergebnis einer Entwicklung, die der Verein in den vergangenen Jahren konsequent vorangetrieben hat. Mit der neuen Billardarena, professionellen Strukturen, einer erfolgreichen Nachwuchsarbeit und einer klaren sportlichen Ausrichtung hat sich die SG Johannesberg zu einem der führenden Billardstandorte Deutschlands entwickelt. Gleichzeitig machten sich die gezielten Verstärkungen des Bundesliga-Kaders bemerkbar. Die zusätzliche Qualität im Aufgebot sorgte für mehr Konkurrenz, größere Tiefe und wichtige Impulse im Kampf um die Spitzenplätze. Welche personellen Überraschungen für die kommende Saison geplant sind, wollen die Verantwortlichen derzeit allerdings noch nicht verraten.

„Die Vizemeisterschaft ist ein außergewöhnlicher Erfolg für unseren Verein. Vor wenigen Jahren war ein solcher Erfolg kaum vorstellbar. Heute gehören wir zu den besten Mannschaften Deutschlands. Das macht uns stolz, ist aber gleichzeitig Ansporn für die Zukunft“, sagte Abteilungsleiter Alexander Peer nach dem Saisonabschluss.

Mit dem geteilten zweiten Platz beendet die SG Johannesberg die erfolgreichste Saison ihrer Vereinsgeschichte. Die Mannschaft hat den Billardstandort Fulda bundesweit sichtbar gemacht und sich dauerhaft in der deutschen Spitze etabliert. Während die Saison gerade erst zu Ende gegangen ist, laufen hinter den Kulissen bereits die Vorbereitungen auf die nächste Spielzeit. Eines steht dabei schon jetzt fest: Die SG Johannesberg will ihren eingeschlagenen Weg fortsetzen und auch künftig um die höchsten Ziele im deutschen Poolbillard mitspielen. +++ rl

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