Das Wolfszentrum Hessen meldet die offizielle Ausweisung eines neuen Wolfsterritoriums im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Die Fähe mit der Kennung GW4868f, die im Jahr 2024 in Thüringen geboren wurde, gilt nun als sesshaft. Das neue, grenzübergreifende Territorium zwischen Hessen und Thüringen trägt den Namen „Heringen (Werra)“ (Abkürzung: HEW) und wird rückwirkend für das Monitoringjahr 2025/26 sowie für das laufende Jahr 2026/27 geführt.
Erstmals genetisch nachgewiesen wurde die Wölfin am 17. September 2025 im Landkreis Hersfeld-Rotenburg. Weitere Nachweise folgten anschließend an Wildtierrissen und bei einem Nutztierschaden im selben Gebiet. Gemäß den bundesweit einheitlichen Monitoringstandards wird ein Territorium offiziell ausgewiesen, sobald ein Individuum über mindestens sechs Monate hinweg mehrfach in einem für die Art typischen Streifgebiet genetisch nachgewiesen wurde.
Zwischenzeitlich hatte es Unsicherheiten über den Aufenthaltsort gegeben: Im April 2026 wurde GW4868f zweimal deutlich außerhalb ihres Schwerpunktgebiets in Thüringen gesichtet. Da damals keine weiteren Nachweise vorlagen, war unklar, ob es sich um eine dauerhafte Abwanderung handelte. Ein erneuter Nachweis am 14. September 2026 in unmittelbarer Nähe zur Landesgrenze bestätigte jedoch die Rückkehr der Fähe in ihr bisheriges Hauptgebiet. Die Experten des Wolfszentrums stufen die Sichtung im April daher als vorübergehende Exkursion ein.
Neben dem neuen Territorium „Heringen (Werra)“ ist für das laufende Monitoringjahr lediglich noch das Territorium bei Greifenstein verzeichnet. Das Wolfszentrum betont ausdrücklich, dass aus fachlicher Sicht kein Grund besteht, aufgrund der Anwesenheit von Wölfen auf Erholung im Wald zu verzichten. Die Bevölkerung wird gebeten, die Situation weiterhin aufmerksam zu beobachten und alle Hinweise auf Wölfe – wie Sichtungen, Fotos oder Spuren – über das Meldeportal des Wolfszentrums Hessen zu melden. +++














