Die hessischen Jugendämter haben im Jahr 2025 erneut einen Höchststand bei den festgestellten Kindeswohlgefährdungen registriert. Nach Angaben des Hessischen Statistischen Landesamts wurden insgesamt rund 21.550 Gefährdungseinschätzungen von Kindern und Jugendlichen vorgenommen. Das waren 13 Prozent mehr als im Vorjahr. In 36 Prozent der Fälle stellten die Jugendämter eine akute oder latente Kindeswohlgefährdung fest. Insgesamt waren 7.650 Kinder und Jugendliche betroffen – so viele wie noch nie zuvor. Gegenüber dem Jahr 2024 mit 6.620 betroffenen jungen Menschen entspricht dies einem Anstieg um 16 Prozent.
Damit setzt sich der langfristige Trend fort. Seit Beginn der Erhebung im Jahr 2012 ist die Zahl der behördlich festgestellten Kindeswohlgefährdungen in Hessen kontinuierlich gestiegen. Innerhalb von zehn Jahren hat sie sich verdreifacht. Während 2015 noch 2.560 Fälle registriert wurden, waren es 2025 bereits 7.650. Auch die Zahl der von den Jugendämtern geprüften Hinweise nahm deutlich zu. Im Jahr 2015 wurden 8.930 Gefährdungseinschätzungen durchgeführt. Zehn Jahre später lag dieser Wert mit rund 21.550 um 59 Prozent höher.
Besonders häufig stellten die Jugendämter psychische Misshandlungen und Vernachlässigung fest. Beide Gefährdungsformen machten jeweils 48 Prozent aller festgestellten Kindeswohlgefährdungen aus. Körperliche Misshandlungen wurden in 13 Prozent der Fälle registriert, Anzeichen sexueller Gewalt in 4 Prozent. Vor allem psychische Misshandlungen nahmen im Zehnjahresvergleich deutlich zu. Ihre Zahl stieg von 850 Fällen im Jahr 2015 auf 3.670 Fälle im Jahr 2025 und hat sich damit mehr als vervierfacht.
Gleichzeitig ging die Zahl der Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen zurück. Im Jahr 2025 meldeten die hessischen Jugendämter rund 4.760 Inobhutnahmen von Minderjährigen und damit 23 Prozent weniger als im Vorjahr. Ausschlaggebend dafür war insbesondere der deutliche Rückgang unbegleiteter Einreisen aus dem Ausland. Während 2024 noch 2.860 unbegleitete Minderjährige zu ihrem Schutz in Obhut genommen wurden, waren es 2025 noch 1.360.
Der häufigste Anlass für eine Inobhutnahme war im Jahr 2025 mit einem Anteil von 33 Prozent die Überforderung der Eltern oder eines Elternteils. An zweiter Stelle standen unbegleitete Einreisen aus dem Ausland, die 29 Prozent aller Inobhutnahmen ausmachten. Weitere Gründe waren Anzeichen für körperliche Misshandlungen in 19 Prozent der Fälle, Vernachlässigung in 18 Prozent sowie psychische Misshandlungen in 16 Prozent der Fälle. Sonstige Anlässe spielten bei 24 Prozent der Inobhutnahmen eine Rolle. +++ red.











