Mit einem Abschlussgottesdienst ist am Sonntag der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg zu Ende gegangen. Die fünftägige Großveranstaltung stand unter dem Leitwort „Hab Mut, steh auf!“ und wurde von einem eindringlichen Appell des Vorsitzenden der Deutsche Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, geprägt.
In seiner Predigt stellte Wilmer die Spannungen zwischen globalen Krisen und dem Alltag der Menschen in Deutschland in den Mittelpunkt. „Die Welt brennt“, sagte der Bischof mit Blick auf internationale Konflikte und humanitäre Katastrophen. Besonders verwies er auf die Lage im Sudan, die er als derzeit größte humanitäre Katastrophe bezeichnete. Zugleich erinnerte er daran, dass auch die Teilnehmer des Katholikentags Teil dieser Welt seien. „Brandherde löscht man nicht durch Zuschauen“, sagte Wilmer.
Der Bischof griff dabei Worte aus dem Johannesevangelium auf und deutete den Namen Gottes als Zusage: „Ich bin für Euch da.“ Diese Botschaft werde in Jesus Christus sichtbar, der für Versöhnung, Frieden und Gemeinschaft stehe. Daraus leitete Wilmer einen klaren Auftrag zum Handeln ab. „Wir sind nicht geboren, um zu verzweifeln. Wir sind geboren, um zu handeln; Brandherde zu löschen; Frieden zu stiften“, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz unter Bezug auf das Leitwort des Katholikentags.
Trotz weltweiter Krisen betonte Wilmer auch die Bedeutung von Hoffnung und Zuversicht. Eine Kirche, die sich den Herausforderungen der Zeit stelle, könne zwar auf Widerstände stoßen, werde aber „leuchten“. Als Beispiel nannte er Papst Leo XIV., den er als „unerschrockenen Anwalt des Friedens“ bezeichnete. Christsein bedeute, sich nicht einschüchtern zu lassen und Gottes Friedensbotschaft sichtbar zu machen.
Kurz vor dem Schlusssegen rief Wilmer die Teilnehmer dazu auf, die Erfahrungen der Tage von Würzburg mit in ihren Alltag zu nehmen. Kirche und Gesellschaft bräuchten immer wieder neue Aufbrüche. „Stehen wir auf und brechen wir mit Mut zu neuen Wegen auf“, sagte der Bischof.
Der nächste Deutsche Katholikentag findet vom 24. bis 28. Mai 2028 in Paderborn statt. +++ red.














