Hünfelder SV - Nur eine Entschuldigung zählt, um am Samstag nicht in die Rhönkampfbahn zum „Großkampftag 2.0“ zu kommen

Fussball

Bestes Wetter ist prognostiziert für Samstag, die Rhönkampfbahn liegt da wie eine Eins, die Ü35 hat die Chance, das Finale des Hessenpokals zu erreichen, Anpfiff des Vergleichs gegen den TSV Günterfürst ist um 12.30 Uhr - und die Hessenliga-Vertretung des Hünfelder SV ist verdammt stabil und hat sich bis auf Rang vier hochgearbeitet vor ihrem Heimspiel gegen die U21 des Zweitliga-Spitzenteams Darmstadt 98, Beginn ist hier um 15 Uhr. Wer also möchte sich diese beiden Duelle entgehen lassen? Wie in der Schule zählt da nur eine plausible Entschuldigung, den „Großkampftag 2.0“ nicht mitzuerleben.

Angenommen, man hätte Johannes Helmke am Weihnachtsabend vergangenen Jahres ein Präsent in Form eines Briefes unter den Christbaum gelegt. Hünfelds Trainer hätte geöffnet und gelesen: Der Hünfelder hat sich nach einem grandiosen Jahr 2026 bis auf Platz vier verbessert - Gegner Darmstadt indessen schwebt in Abstiegsgefahr. Es ist nicht überliefert, aber der HSV-Coach hätte wohl eingeschlagen und die Offerte angenommen. Jeder in der Rhönkampfbahn hätte sich gefreut. Doch jeder des Vereins mit Herz und Charme arbeitet gern.

Die Situation ist simpel. „Für Darmstadt geht es um alles: den Abstieg. Wir können befreit aufspielen und freuen uns auf das Heimspiel.“ Es ist das drittletzte aus Sicht des Hünfelder SV - doch wer glaubt, das Spiel sei schon gewonnen, der irrt gewaltig. Und er hat beim Fußball nichts zu suchen. Nichts, aber auch gar nichts mit Realitätssinn hätte das zu tun. 22 Punkte aus neun Spielen stehen in der virtuellen Bilanz des HSV im Briefkopf, darunter sieben Siege, vier davon gab‘s zuletzt in Serie, seit dem 22. März, der einzigen Niederlage mit dem 2:3 in Pohlheim, ist Hünfeld ungeschlagen. Doch genug der Lobhudelei - auch im Fußball hat alles mit frischer und harter Arbeit zu tun.

Am Morgen danach breitet Helmke ein Puzzle aus. Teile, die besonders wichtig sind und immer Bestandteil in der Rhönkampfbahn sind, dreht er immer wieder um. Er nennt das so: „Wir sind schon stabil aufgestellt. Und eingespielt. Wir wissen, was wir können - aber auch, was nötig ist. In erster Linie ist das die Lust am Verteidigen; das haben wir in letzter Zeit beherzigt. Wir sind auch mutig in Ballbesitz. Wir haben einen Plan im Spielaufbau. Haben Selbstvertrauen und Mentalität, auch mit Rückschlägen umzugehen und auf sie zu antworten.“ Dem Vernehmen nach beschäftigt sich Mario Rohde, 1. Vorsitzender des Hünfelder SV, damit, dies zu vervielfältigen, zu vergrößern und aufzuhängen in der Rhönkampfbahn.

Am Samstag ist Marcel Trägler wieder mit von der Partie. Luca Uths Einsatz ist noch eine Spur ungewiss, er ist wegen muskulärer Probleme angeschlagen und trainierte die Woche über nicht. Nicht dabei sind Aaron Gadermann (privat verhindert) und Yunus-Emre Kocak (erkrankt).

Doch schon zuvor dürften sich Fußballfans der Region die Augen reiben. Es ist ein polariserender Vergleich derer, die ebenso im Rampenlicht stehen. Die Ü35 des Hünfelder SV trifft im Halbfinale des Hessenpokals auf den TSV Günterfürst aus dem Odenwald (Beginn um 12.30 Uhr). Der HSV überzeugte auf dem Weg in die Runde der letzten Vier: im Viertelfinale beim 2:0-Sieg gegen den hoch eingeschätzten SSV Sand. Und jetzt sagt Hünfelds Abwehr-Koryphäe Steffen Witzel: „Wir wollen ins Finale. Wir haben 18 Spieler beisammen. Jeder hat alles verschoben.“ Ins Finale am 30. Mai bei Opel Rüsselsheim bereits eingezogen ist die SpVgg Eltville, die den TSV Westerwald mit 2:0 schlug. Mehr braucht man nicht zu sagen. Der Rest ist Fußball. Und Siegeswille. +++ rl

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